Die Association MIR España (AME) hat am Dienstag angekündigt, dass sie ab September einen unbefristeten Streik der medizinischen Residenten anstrebt, falls es keine „realen und überprüfbaren Fortschritte“ mit dem spanischen Gesundheitsministerium gibt. In einem offiziellen Schreiben äußern die MIR-Ärzte ihre Besorgnis über die zunehmend schwierigen Arbeitsbedingungen, unter denen sie seit Jahren arbeiten. „Wir sind keine billige Arbeitskraft. Wir sind Ärzte in Ausbildung und ein wesentlicher Bestandteil des Gesundheitssystems. Ohne uns kann das System nicht funktionieren“, betonen die Residenten.
Der Hintergrund dieser Ankündigung ist die laufende Vergabe von MIR-Ämtern, die am 27. Mai endet. AME kritisiert, dass trotz monatelanger Proteste, Kundgebungen und Streiks keine ausreichenden Maßnahmen zur Lösung der strukturellen Probleme getroffen wurden. „Wir haben einen Spielraum von drei Monaten eingeräumt, damit das Gesundheitsministerium und die autonomen Gemeinschaften einen Verhandlungsvorschlag unterbreiten“, erklärt die AME. Die Streikankündigung ist ein deutliches Signal an die Verantwortlichen, dass die derzeitige Situation nicht länger tragbar ist.
Die medizinischen Residenten fordern unter anderem eine Begrenzung der wöchentlichen Arbeitszeit, die Einführung eines realen und transparenten Arbeitszeiterfassungssystems, um nicht erfasste Überstunden zu vermeiden, sowie einen Plan zur schrittweisen Reduzierung der Bereitschaftsdienste. Diese Forderungen zielen darauf ab, eine angemessene Vergütung zu sichern und die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Besonders betonen die Residenten die Notwendigkeit, die Ausbildungszeiten während der regulären Arbeitszeit zu schützen und eine echte Aufsicht durch erfahrene Ärzte, insbesondere in kritischen Bereichen wie der Notaufnahme, zu gewährleisten.
AME hebt hervor, dass viele Krankenhäuser stark auf die freiwillige Arbeit der Residenten angewiesen sind. In einigen Fällen arbeiten Ärzte bis zu 90 Stunden pro Woche, was in keiner anderen Branche akzeptiert werden würde. Diese Überlastung habe nicht nur negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Ärzte, sondern auch auf die Patientensicherheit und die Qualität der medizinischen Versorgung. „Wir sprechen hier nicht nur von Arbeitsbedingungen, sondern auch von klinischer Sicherheit und der Qualität der Patientenversorgung“, warnen die Residenten.
Die Ministerin für Gesundheit, Mónica García, hat angekündigt, dass sie die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Arbeitsverhältnisse der Residenten überarbeiten will, um deren Bedingungen an die aktuelle Realität anzupassen. Diese Ankündigung kommt jedoch zu einem Zeitpunkt, an dem die medizinischen Residenten bereits das Vertrauen in die Verhandlungswilligkeit der Regierung verloren haben. Die AME fordert daher eine sofortige Reaktion und konkrete Maßnahmen, um die anhaltenden Probleme zu lösen und die Arbeitsbedingungen der Residenten zu verbessern.
Für die deutschsprachigen Leser auf den Kanaren könnte diese Entwicklung Auswirkungen auf die medizinische Versorgung haben, insbesondere wenn die Situation zu einem unbefristeten Streik führt. Urlauber und Einheimische könnten mit längeren Wartezeiten in den Krankenhäusern und einer verminderten Verfügbarkeit von medizinischen Dienstleistungen konfrontiert werden. Die Situation bleibt angespannt und die kommenden Monate werden zeigen, ob es zu einem Dialog zwischen den Residenten und den Gesundheitsbehörden kommt.
Quelle: diariodemallorca.es
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