Im Prozess vor dem Obersten Gerichtshof Spaniens gegen den ehemaligen Minister José Luis Ábalos, seinen Berater Koldo García und den Kommissionär Víctor de Aldama stehen die Aussagen von Zeugen im Mittelpunkt. Unter ihnen ist auch der ehemalige CEO von Globalia, Javier Hidalgo, dessen Zeugenaussage möglicherweise verwendet wird, um Verdachtsmomente bezüglich angeblicher Zahlungen an Ábalos im Zusammenhang mit dem Rettungsprogramm für Air Europa zu untermauern. Der Prozess, der sich in einer neuen Woche der Anhörungen befindet, hat bereits zahlreiche Zeugenaussagen von Vertretern der öffentlichen Unternehmen Ineco und Tragsatec gehört, die ein Netzwerk von „Freundschaftsdiensten“ im Umfeld von Ábalos belegen konnten.
Bislang konnten jedoch keine konkreten Beweise für mutmaßliche Bestechungsgelder im Zusammenhang mit dem Kauf von Masken durch das Unternehmen Soluciones de Gestión präsentiert werden. Die bisherigen Zeugen des Ministeriums betonten, dass die Aufträge im Rahmen eines Notverfahrens vergeben wurden, was die üblichen Ausschreibungen und Fristen umging. Zudem wurde berichtet, dass die Ermittlungen gegen Geschäftsleute, die in einen umfangreichen Mehrwertsteuerbetrug verwickelt sind, in engem Zusammenhang mit den Vorwürfen gegen Ábalos stehen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt des Prozesses ist die Behauptung, dass eine monatliche Zahlung von 10.000 Euro an Koldo García von de Aldama seit mindestens Oktober 2019 zur Sicherstellung von Gefälligkeiten im Ministerium diente. Zeugen berichteten auch von Bargeldtransaktionen und dem Erwerb einer Immobilie in La Alcaidesa, die Ábalos und seiner Familie zugutekam.
Die nächste Sitzung des Prozesses ist für Dienstag angesetzt, wobei Javier Hidalgo als Zeuge erwartet wird. Ein weiterer Zeuge, Leonor González Pano, hat bereits angedeutet, dass García 500.000 Euro für den Rettungsfonds von Air Europa abholte, was die Verbindungen zwischen dem Fall und dem Rettungsprogramm weiter beleuchten könnte.
Quelle: mallorca
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