Der Präsident der Kanarischen Regierung äußerte sich besorgt über die aktuelle Situation rund um den Hantavirus, nachdem zwei Infizierte von einem Kreuzfahrtschiff in die Luftwaffenbasis Gando auf Gran Canaria gebracht wurden. Trotz fehlender Informationen über den Virus, der vor allem in Argentinien und Chile verbreitet ist, sprach er von einem potenziellen Risiko für die Region und forderte technische Lösungen. Diese Aussagen könnten jedoch das Vertrauen in das Gesundheitssystem der Kanaren und damit auch den Tourismus gefährden.
Der Hantavirus Andes, der in den letzten Jahren in mehreren Ländern Südamerikas Fälle verursacht hat, wird nicht leicht von Mensch zu Mensch übertragen. Eine Übertragung erfordert engen Kontakt und ist nicht mit der schnellen Verbreitung von Viren wie SARS-CoV-2 vergleichbar. In den letzten Jahren wurden in acht Ländern Amerikas 229 Fälle registriert, darunter 59 Todesfälle, was einer regionalen Letalität von 25,8 % entspricht.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat betont, dass die Situation unter Kontrolle ist und dass die bisherigen Maßnahmen in Spanien, die in Zusammenarbeit mit der EU und der WHO getroffen wurden, angemessen sind. Es gibt bereits effektive Diagnoseverfahren, um Verdachtsfälle schnell zu identifizieren und zu isolieren. Die WHO koordiniert die internationale Antwort auf diese Gesundheitsbedrohung im Rahmen des Internationalen Gesundheitsreglements, das für alle Mitgliedstaaten bindend ist.
Die politischen Reaktionen auf die Situation sollten sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse stützen und nicht von populistischen Ängsten geleitet werden. Die Gefahr eines großflächigen Ausbruchs wird als gering eingeschätzt, solange die bestehenden Maßnahmen beibehalten werden. Die Behörden rufen zur Wachsamkeit auf, insbesondere in Bezug auf asymptomatische Kontakte, jedoch gibt es derzeit keine Anzeichen für eine Veränderung der Situation, die eine Pandemie auslösen könnte.
Quelle: diariodemallorca.es
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