Das Kreuzfahrtschiff MV Hondius hat am Montag, dem 11. Mai 2026, im Hafen von Rotterdam festgemacht. Der Grund für den Aufenthalt ist ein Hantavirus-Ausbruch, der während der Reise durch den Südatlantik aufgetreten ist. Alle 27 Personen an Bord, darunter 25 Besatzungsmitglieder und zwei medizinische Fachkräfte, müssen nun eine Quarantäne von 42 Tagen einhalten. Dies bestätigte der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, in einer Mitteilung.
Vor der Ankunft in Rotterdam legte das Schiff am 10. Mai im Hafen von Granadilla auf Teneriffa an. Dort begann der Prozess der schrittweisen Rückführung der Passagiere, die zuvor aus Cabo Verde stammten. Während des Aufenthalts in Granadilla wurde das Schiff für die Rückkehr seiner Reisenden vorbereitet, nachdem es mehrere Tage vor Anker gelegen hatte. Die Reise hatte in Ushuaia, Argentinien, begonnen.
Der Hantavirus-Ausbruch führte zu drei Todesfällen unter den Passagieren. Der erste Todesfall ereignete sich bereits Anfang April, als ein niederländischer Reisender an Bord starb. Seine Frau, die nach dem Ausstieg in Südafrika behandelt wurde, verstarb wenige Tage später. Eine deutsche Passagierin, die Ende April Fieber und Atembeschwerden zeigte, starb am 2. Mai. Ihr Körper bleibt an Bord, um später zurückgeführt zu werden. Insgesamt wurden 11 Fälle registriert, darunter neun bestätigte und zwei wahrscheinliche Hantavirus-Infektionen.
Die WHO hat die vollständige Reinigung und Desinfektion des Schiffes angeordnet, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Tedros lobte die enge Zusammenarbeit zwischen den Ländern und Organisationen, die an der Bewältigung des Ausbruchs beteiligt sind, und dankte dem Kapitän Jan Dobrogowkshi für seine Führungsstärke während der Krise.
Die Quarantäne der Besatzung und der medizinischen Fachkräfte ist ein wichtiger Schritt, um die Gesundheit der Bevölkerung in den Niederlanden zu schützen. Während der Quarantänezeit wird die medizinische Überwachung der Betroffenen sichergestellt.
Für Urlauber und Bewohner in Spanien, insbesondere auf den Kanarischen Inseln, ist es wichtig, über die Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Hantavirus informiert zu bleiben. Der Hantavirus ist bekannt dafür, durch den Kontakt mit Nagetieren und deren Ausscheidungen übertragen zu werden. Die Gesundheitsbehörden raten zur Vorsicht und empfehlen, bei Verdacht auf Symptome wie Fieber oder Atembeschwerden sofort einen Arzt aufzusuchen.
Die Situation verdeutlicht die Notwendigkeit internationaler Zusammenarbeit im Gesundheitswesen, besonders in Krisensituationen. Die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus könnten auch Auswirkungen auf zukünftige Reisen und Kreuzfahrten haben, da Sicherheitsprotokolle verstärkt werden müssen, um ähnliche Vorfälle zu vermeiden.
Quelle: diariodemallorca.es
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