Barcelona bereitet eine deutliche Anhebung der Touristensteuer für Kreuzfahrtschiffe vor, die weniger als zwölf Stunden im Hafen der Stadt liegen. Die Stadtratsfraktion BComú kündigte an, eine entsprechende Gesetzesänderung im katalanischen Parlament einzubringen, die eine Erhöhung der Abgabe auf 24 Euro pro Passagier vorsieht. Dieses Vorhaben stößt auf Unterstützung bei der ERC sowie beim Bürgermeisterbüro von Jaume Collboni (PSC).
Carol Recio, Stadträtin von BComú, erläuterte, dass die Initiative Teil einer Änderung des Begleitgesetzes zum Haushalt sei und bereits von den Koalitionspartnern unterstützt werde. Am Mittwoch soll die Vorlage in der städtischen Wirtschaftskommission vorgestellt werden, um weitere parlamentarische Unterstützung zu gewinnen. Recio kritisierte zugleich das bisherige Vorgehen des Bürgermeisters, der zwar die Überfüllung der Stadt beklage, aber gleichzeitig zusammen mit Junts ein Nutzungskonzept für die Altstadt verabschiedet habe, das touristische Geschäfte begünstige.
Die republikanische Partei ERC plant ebenfalls eine eigene Initiative, die in der Wirtschaftskommission eingebracht wird. Diese sieht neben der Erhöhung der Steuer auf 24 Euro auch die Einführung von Obergrenzen für Kreuzfahrttouristen vor. Vorgeschlagen wird eine maximale jährliche Besucherzahl von 3,5 Millionen Kreuzfahrttouristen. Der Stadtrat Jordi Castellana von ERC betonte, dass die Stadt die Belastungen durch den Tourismus begrenzen müsse, die wirtschaftlichen Vorteile aber zugleich der lokalen Bevölkerung zugutekommen sollten.
Bislang war eine schrittweise Erhöhung der Touristensteuer für Kreuzfahrten auf acht Euro vorgesehen. Bürgermeister Collboni hatte jedoch bereits im Mai angekündigt, diese Erhöhung auf das kommende Jahr vorzuziehen und die Präsenz von Kreuzfahrtschiffen im Hafen möglichst zu reduzieren, um die touristische Überlastung Barcelonas einzudämmen. Quellen aus dem Rathaus deuteten sogar an, die Steuer möglicherweise zu verdreifachen. Die BComú-Fraktion fordert eine noch stärkere Anhebung.
Sollte die Gesetzesänderung im Parlament angenommen werden, könnten die städtischen Gremien die endgültige Erhöhung im Rahmen der Verhandlungen zu den städtischen Steuerordnungen für das nächste Jahr beschließen. Die Maßnahmen zielen darauf ab, den Kreuzfahrttourismus stärker zu regulieren und die Belastungen für die Stadt zu reduzieren.
Der Hafen von Barcelona verteidigt die Kreuzfahrttouristen mit dem Hinweis, dass diese nur etwa 2,5 Prozent aller Besucher der Stadt ausmachen. Dennoch sieht die Stadtverwaltung Handlungsbedarf angesichts der Überfüllung in touristisch stark frequentierten Bereichen. Die geplante Steuererhöhung ist Teil einer umfassenderen Strategie, die touristische Nutzung der Stadt nachhaltiger zu gestalten und die Lebensqualität der Einwohner zu schützen.
Für deutschsprachige Touristen und Expats in Barcelona bedeutet die geplante Steuererhöhung, dass Kreuzfahrtreisende künftig mit höheren Kosten rechnen müssen. Gleichzeitig könnte die Maßnahme dazu beitragen, die Auswirkungen des Massentourismus zu mildern, was für alle Bewohner und Besucher der katalanischen Hauptstadt von Vorteil sein dürfte. Die Entwicklung ist auch für Urlauber relevant, die Barcelona als Zwischenstopp auf einer Kreuzfahrt ansteuern, da die Abgaben direkt auf die Ticketpreise umgelegt werden könnten.
Quelle: lavanguardia.com
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