Im Oktober 2009 wurden drei spanische Hilfsarbeiter an der Grenze zwischen Mali und Mauretanien von Al Qaeda entführt. Alicia Gámez, Albert Vilalta und Roque Pascual verbrachten 267 Tage in Gefangenschaft. Ihre Geschichte dient als Vorlage für die neue Miniserie „Todo lo necesario“, die derzeit in Barcelona gedreht wird und die dramatischen Ereignisse rund um die Entführung in einem politischen Thriller nachzeichnet.
Die Produktion von Movistar Plus in Zusammenarbeit mit Lastor Media befindet sich in der Endphase. Für die letzte Drehwoche wurde eine Kreuzfahrtterminal des Hafens von Barcelona in ein Flughafen-Set umgewandelt, um die emotionale Szene des Wiedersehens der Geiseln mit ihren Familien nach neun Monaten Gefangenschaft zu filmen. Zuvor hatten die Dreharbeiten in der Wüstenlandschaft Nordafrikas an verschiedenen Orten in der Region Murcia und Almería stattgefunden. Abschließend werden Außenaufnahmen in Saint Louis, Senegal, folgen.
Regie führen Marcel Barrena („El 47“) und Fernando Trullols („Balandrau“), die zusammen mit Alberto Marini das Drehbuch verfassten. Die Idee zur Serie entstand vor etwa fünf bis sechs Jahren, nachdem sie die realen Protagonisten trafen und deren Zustimmung zur Verfilmung erhielten. Ursprünglich als Spielfilm geplant, entwickelte sich das Projekt aufgrund der Komplexität und Vielzahl der Handlungsstränge zu einer Miniserie. Neben dem Leiden der Geiseln zeigt die Serie auch die Verhandlungen hinter den Kulissen, die Arbeit der Geheimdienste und die Belastungen der Familien.
Die Serie beleuchtet nicht nur das Geschehen im Sahel, sondern auch die politischen und menschlichen Konflikte, die das Ereignis auslöste. Dabei wird die moralische Zwickmühle thematisiert, vor der alle Beteiligten standen: Sollten Lösegeldzahlungen geleistet werden, um Menschenleben zu retten, auch wenn dadurch künftige Entführungen wahrscheinlicher werden? Wie soll eine Regierung handeln, wenn jede Entscheidung unvorhersehbare Folgen hat? Diese Fragen durchziehen die drei Episoden und machen „Todo lo necesario“ zu einem vielschichtigen Thriller ohne einfache Antworten.
Besonders hervorgehoben wird in der Serie der menschliche Aspekt der politischen Entscheidungsträger. Mónica López spielt eine Vizepräsidentin, die an María Teresa Fernández de la Vega angelehnt ist, und zeigt, wie sich Politiker persönlich für die Freilassung der Geiseln einsetzen. Die Darstellung vermeidet stereotype Darstellungen von Politikern und Terroristen. Stattdessen werden die sozialen und wirtschaftlichen Hintergründe des Konflikts im Sahel dargestellt, um ein differenziertes Bild zu vermitteln.
Die drei Hauptrollen übernehmen David Verdaguer, Enric Auquer und Marina Salas. Auquer verkörpert José, basierend auf Roque Pascual, den er als lebhaften, humorvollen und leidenschaftlichen Menschen beschreibt. Verdaguer spielt Álvar, inspiriert von Albert Vilalta, der bei der Entführung schwer verletzt wurde. Die Schauspieler bereiteten sich intensiv vor und standen in engem Kontakt mit den realen Betroffenen. Mehrfach besuchten die echten Hilfsarbeiter den Drehort, und Angehörige wirkten sogar als Statisten bei den Rückkehr-Szenen mit.
„Todo lo necesario“ wird voraussichtlich im ersten Halbjahr 2027 auf Movistar Plus Premiere feiern. Die Serie verspricht einen tiefen Einblick in eines der sensibelsten Kapitel der jüngeren spanischen Außenpolitik und zeigt die schwierigen Entscheidungen, die getroffen werden mussten, um „alles Notwendige“ zu tun. Für deutschsprachige Zuschauer, die Spanien besuchen oder dort leben, bietet die Serie einen spannenden und authentischen Blick auf die Herausforderungen humanitärer Arbeit in gefährlichen Regionen und die politischen Mechanismen, die dahinterstehen.
Quelle: lavanguardia.com
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