Der Bischof von Málaga, José Antonio Satué, hat sich in einer Pressekonferenz, die nur 72 Stunden vor dem Beginn des Prozesses gegen einen Priester aus Vélez-Málaga stattfand, für die Taten eines Priesters entschuldigt, der beschuldigt wird, über einen Zeitraum von mehr als einem Jahrzehnt vier Frauen sexuell missbraucht zu haben. Mit dieser Erklärung möchte Satué „im Namen der Kirche um Verzeihung bitten“. Er erkannte an, dass dieser Skandal „tiefes Leid bei den betroffenen Frauen und ihren Familien“ sowie bei „Gemeinden und Gemeindemitgliedern“ verursacht hat.
Trotz der schweren Vorwürfe glaubt der Bischof, dass die Diözese keine nachrangige zivilrechtliche Haftung trägt. Ungeachtet dessen erklärte Satué seine Bereitschaft, im Falle einer Verurteilung des Angeklagten, finanziell zur Entschädigung der Opfer beizutragen. „Die Diözese verpflichtet sich, den Opfern von Missbrauch Entschädigungen zu leisten, selbst wenn die Gerichte dies nicht anordnen“, so Satué während der Pressekonferenz.
Der beschuldigte Priester, bekannt als Vater Fran, sieht sich einer möglichen Haftstrafe von bis zu 72 Jahren gegenüber und könnte dazu verurteilt werden, 1,2 Millionen Euro Entschädigung zu zahlen. Der Staatsanwalt wirft ihm vor, die Opfer mit Drogen betäubt und sie ohne deren Einwilligung gefilmt zu haben. Laut den Ermittlungen folgte der Priester über Jahre hinweg derselben Strategie, indem er das Vertrauen der Opfer ausnutzte, um sie zu missbrauchen.
Die Vorfälle wurden im August 2023 öffentlich, als die damalige Partnerin des Priesters auf einem externen Speichergerät Audio- und Videomaterial entdeckte und dies der Nationalpolizei meldete. Der Prozess gegen Vater Fran beginnt am Montag, den 25. Mai, und die Verhandlung wird zunächst bis zum 29. Mai angesetzt. Die Diözese hat bereits signalisiert, dass sie bereit ist, die Entschädigungen für die Opfer zu finanzieren, unabhängig von der gerichtlichen Entscheidung, wie Satué in seiner Ankündigung deutlich machte.
Dieser Fall hat nicht nur in Málaga, sondern auch über die Grenzen der Diözese hinaus für Aufsehen gesorgt. Die betroffenen Frauen und deren Familien stehen im Mittelpunkt der Diskussionen über sexuellen Missbrauch in der Kirche. Der Fall wirft zudem Fragen zur Verantwortung und Rechenschaftspflicht von religiösen Institutionen auf. Für die deutschsprachige Gemeinschaft auf den Kanarischen Inseln, die oft enge Verbindungen zur katholischen Kirche hat, ist dies ein bedeutendes und besorgniserregendes Thema, das sowohl das Vertrauen in die Institution als auch die gesellschaftliche Wahrnehmung von Missbrauchsfällen beeinflussen könnte.
Quelle: surinenglish.com
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