Intrusismo bei Klassenfahrten in Cádiz: Neue Kontrollen gegen illegale Veranstalter in Ferien Schule (Schule)

Intrusismo bei Klassenfahrten in Cádiz: Neue Kontrollen gegen illegale Veranstalter

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Geschrieben von Thomas John Spanien Nachrichten Redaktion

12 Juni, 2026

In der Provinz Cádiz sorgt ein wachsendes Problem für Unruhe unter den Reisebüros: Immer häufiger organisieren Schulen, Vereine oder Kommunen Klassenfahrten eigenständig, ohne eine offiziell lizenzierte Reiseagentur einzuschalten. Die neu gegründete Reisebürovereinigung UPAVCA (Unión Provincial de Agencias de Viajes de Cádiz) wertet dies als klaren Fall von unlauterem Wettbewerb und Intrusismus – also der Ausübung eines Gewerbes ohne die nötige Erlaubnis. Die Folge: Risiken für die Reisenden und Wettbewerbsnachteile für die legalen Anbieter.

Die Rechtslage in Spanien schreibt vor, dass bei sogenannten „Reisen mit verbundenen Leistungen“ – also wenn Transport, Unterkunft und Versicherung im Paket gebucht werden – eine autorisierte Reiseagentur einschalten muss. Schulen, die direkt Busse und Hotels buchen und die Reisen selbst organisieren, umgehen diese Regelung. UPAVCA-Präsident José Luis Velázquez betont, dass dies häufig aus Unkenntnis oder dem Wunsch, Kosten zu sparen, geschehe. „Manche Schulen oder Kommunen glauben, sie könnten solche Reisen selbst abwickeln, ohne die gesetzlich vorgeschriebenen Garantien und Versicherungen vorzuweisen“, sagt Velázquez.

Um diesem Trend entgegenzuwirken, hat UPAVCA ein technisches Observatorium eingerichtet, das eng mit den zuständigen Behörden und Kommunalverwaltungen zusammenarbeitet. Ziel ist es, illegale Reiseveranstalter zu identifizieren und entsprechende Kontrollen durchzuführen. Bis heute hat die nationale Vereinigung der Reisebüros CEAV seit Sommer 2024 bereits 124 Anzeigen gegen Personen oder Firmen eingereicht, die ohne die erforderliche Lizenz Reiseangebote verkaufen. Diese Maßnahmen sollen die Sicherheit der Reisenden gewährleisten und gleichzeitig den lokalen Reisebüros eine faire Wettbewerbsbasis sichern.

Speziell bei Klassenfahrten zeigt sich das Problem deutlich: Schulen beauftragen direkt Busunternehmen und Hotels, um den Umweg über eine Reiseagentur zu vermeiden. Dabei unterschätzen sie die Verantwortung, die mit der Organisation solcher Reisen einhergeht. Viele Lehrer wollen nicht die volle Verantwortung für die Betreuung der Schüler auf solchen Fahrten übernehmen. UPAVCA bietet daher Unterstützung und Begleitung an, um die Sicherheit der Schüler zu gewährleisten. Zudem weist Velázquez auf die Notwendigkeit von Haftpflichtversicherungen für Lehrer hin, die bei der Begleitung von Schülergruppen entscheidend sind, um rechtliche Probleme bei Unfällen oder Zwischenfällen zu vermeiden.

Aus Sicht der Reisebüros bringt die Umgehung der gesetzlichen Vorgaben nicht nur Risiken für die Reisenden mit sich, sondern verzerrt auch den Wettbewerb. Reiseagenturen müssen strenge Auflagen erfüllen, darunter die Ausstellung von verbindlichen Verträgen und die Absicherung gegen Zahlungsunfähigkeit. Diese Anforderungen entfallen bei der Direktorganisation durch Schulen oder Vereine. „Wie sollen wir unter gleichen Bedingungen konkurrieren, wenn andere ohne die notwendigen Garantien und Kostenvorgaben arbeiten?“ fragt Velázquez.

Rechtlich ist die Lage komplex: Ana Barluenga, Juristin bei CEAV, erklärt, dass Ausnahmen nur dann gelten, wenn die Reisen gelegentlich, ohne Gewinnerzielungsabsicht und ausschließlich für Mitglieder der organisierenden Einrichtung stattfinden. Werden diese Bedingungen nicht erfüllt, handelt es sich um unrechtmäßiges Handeln. Dies betrifft gerade die beliebte Saison der Klassenfahrten, die jährlich tausende Schüler in ganz Spanien betrifft.

Parallel zu diesen Entwicklungen entstehen neue Konzepte für Klassenfahrten. Das Unternehmen Wasting Time aus Castellón hat mit der „Bye Bye Week“ ein Festival für Schüler der 12. Klasse geschaffen, das mehrere tausend Jugendliche aus ganz Spanien an einem Ort versammelt. Statt einzelner Reiseziele steht hier das gemeinsame Erlebnis im Vordergrund. Dies könnte eine Alternative zu den klassischen Klassenfahrten darstellen, deren Organisation zunehmend rechtlich überprüft wird.

Für deutschsprachige Familien und Expats in Spanien, die Schulreisen für ihre Kinder planen, bedeutet das: Sie sollten genau prüfen, wer die Klassenfahrten organisiert. Nur über offiziell lizenzierte Reisebüros sind alle Sicherheits- und Rechtsstandards gewährleistet. Insbesondere an der Costa de la Luz und in der Region Cádiz wird die neue Beobachtungsstelle der UPAVCA künftig verstärkt tätig sein, um illegale Angebote zu unterbinden. Für Reisende heißt das mehr Sicherheit, für Schulen und Eltern mehr Klarheit bei der Wahl des Veranstalters.

Insgesamt zeigt der Fall Cádiz exemplarisch, wie wichtig es ist, die gesetzlichen Vorgaben bei der Organisation von Klassenfahrten einzuhalten. Die Kombination aus Transport, Unterkunft und Versicherung erfordert professionelle Handhabung. Die neuen Kontrollmechanismen der Reisebüros und Behörden sollen sicherstellen, dass Schülerreisen auch weiterhin sicher und rechtlich einwandfrei ablaufen – zum Schutz aller Beteiligten.

Quelle: hosteltur.com
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Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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