Die Diskussion um die Reform des Schulgesetzes auf Mallorca hat eine klare Reaktion des Colegio Profesional de Docentes de las Illes Balears (CPDIB) ausgelöst. Diese Organisation erinnert daran, dass die rechtliche Autorität der Lehrer seit fast zwei Jahrzehnten gesetzlich verankert ist. Der aktuelle Bildungsminister, Antoni Vera, rechtfertigte die Notwendigkeit der Reform, indem er auf die 15 Jahre alte Gesetzgebung verwies, die seiner Meinung nach nicht mehr zeitgemäß sei. Der CPDIB hingegen argumentiert, dass bereits bestehende Gesetze die disziplinarischen Befugnisse der Lehrkräfte ausreichend unterstützen.
In einer offiziellen Mitteilung kritisiert das Lehrer-Kollegium, dass sie nicht in die Überarbeitung des Gesetzes einbezogen wurden. Sie bemängeln, dass die Verwaltung bis heute keinen Entwurf zur Diskussion an die Lehrerversammlung oder den Schulrat geschickt hat. Laut den Lehrern sollte der Fokus nicht nur auf den rechtlichen Aspekten liegen, sondern auf der praktischen Umsetzung im Schulalltag. Der CPDIB betont, dass die Autorität der Lehrer nur dann effektiv ist, wenn sie auch von den Schülern und deren Familien anerkannt wird. Ein rein deklaratorischer Ansatz führt nicht zu einem positiven Miteinander im Klassenzimmer.
Die Lehrer fordern eine grundlegende Verbesserung der Rahmenbedingungen für den Unterricht. Sie sind der Meinung, dass der Schlüssel zu einem harmonischen Schulklima nicht in der Neudefinition von Gesetzen liegt, sondern in der Schaffung geeigneter Lernumgebungen. Ein geregelter und respektvoller Umgang sollte die Norm sein, und der Einsatz von Sanktionen sollte die Ausnahme darstellen. Der CPDIB hebt hervor, dass „Ressourcen mobilisiert werden müssen“, um ein optimales Lernumfeld zu schaffen. Dazu zählen nicht nur finanzielle Mittel, sondern auch personelle Ressourcen.
Zu den dringenden Forderungen des CPDIB gehört die Schaffung von weniger überfüllten Arbeitsräumen sowie die Integration von Fachkräften wie Psychologen, Sozialarbeitern und Gesundheitsfachkräften in die Schulen. Diese Experten könnten gezielt unterstützen, um das Lernumfeld zu verbessern und Konflikte frühzeitig zu erkennen und zu lösen.
Darüber hinaus plädiert der CPDIB für eine verstärkte Investition in die Fortbildung der Lehrkräfte. Die Ausbildung sollte sich auf restaurative Praktiken und Mediation konzentrieren, um ein positives Klassenklima zu fördern. Diese Maßnahmen sind nicht nur im Sinne der Lehrkräfte, sondern auch im Einklang mit der gesetzlichen Vorgabe der Bildungsgesetze der Balearen, die eine friedliche Konfliktlösung in den Schulen anstreben.
Die Lehrer auf Mallorca stehen somit vor der Herausforderung, die bestehenden gesetzlichen Rahmenbedingungen zu nutzen und gleichzeitig auf die dringenden Bedürfnisse in den Klassenzimmern zu reagieren. Die Reformbemühungen könnten eine Chance bieten, jedoch sind die Forderungen nach mehr Ressourcen und einer besseren Unterstützung der Lehrkräfte essenziell, um die Bildung auf der Insel nachhaltig zu verbessern.
Quelle: diariodemallorca.es
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