Malaga verzeichnet 2025 doppelt so viele Ertrinkungsunfälle wie 2023 an der Costa del Sol (Malaga)

Malaga verzeichnet 2025 doppelt so viele Ertrinkungsunfälle wie 2023

User avatar placeholder
Geschrieben von Thomas John Spanien Nachrichten Redaktion

16 Juni, 2026

Ein tragischer Vorfall an der Costa del Sol rückt die Gefahren des Wassers in der Provinz Malaga erneut in den Fokus: Am vergangenen Freitag ertrank ein deutsches Paar am Strand Las Lindes in Torrox-Costa. Dieses Unglück ist Teil eines alarmierenden Trends, der sich über das ganze Jahr 2025 erstreckt. Insgesamt verloren in Malaga 22 Menschen ihr Leben durch Ertrinken – mehr als doppelt so viele wie noch 2023, als es zehn Todesfälle gab. Damit führt Malaga erstmals die Statistik der Ertrinkungsunfälle in Andalusien an und macht 27,2 Prozent aller 81 tödlichen Wasserunfälle der Region aus.

Diese Zahl überrascht umso mehr, wenn man sie mit den Verkehrstoten in der Provinz vergleicht: Laut der spanischen Straßenverkehrsbehörde DGT gab es 2025 in Malaga 35 Verkehrstote. Obwohl mehr Menschen täglich mit dem Auto unterwegs sind als im Wasser baden, ist die Gefahr zu ertrinken deutlich höher. Jessica Pino von der königlichen spanischen Rettungs- und Lebensrettungsföderation (RFESS) weist darauf hin, dass jährlich rund 1.000 Menschen auf den Straßen und etwa 400 im Wasser sterben. Dies verdeutlicht, wie unterschätzt das Risiko im Wasser oft ist.

Andalusien bleibt die Region mit den meisten Ertrinkungsopfern in Spanien. Mit 81 Todesfällen liegt sie vor den Kanarischen Inseln (75) und Valencia (65). Die Zunahme der Todesfälle in Andalusien liegt bei 19,1 Prozent im Vergleich zu 2023. In ganz Spanien stieg die Zahl der Ertrinkungsopfer von 422 auf 472, was einem Anstieg von 11,8 Prozent entspricht. Malagas Anstieg von 120 Prozent übertrifft diese Werte deutlich und stellt eine besorgniserregende Entwicklung dar.

Die RFESS-Daten zeigen, dass Männer mit 83,3 Prozent die überwiegende Mehrheit der Opfer ausmachen. Ebenso sind 83,3 Prozent der Ertrunkenen spanische Staatsbürger. Besonders betroffen ist die Altersgruppe zwischen 65 und 74 Jahren mit 89 Todesfällen. Kinder machen zehn Prozent der Opfer aus, was 47 Fällen entspricht. Mehr als die Hälfte aller tödlichen Unfälle ereignen sich an Stränden, vor allem zwischen 12 und 14 Uhr. Entgegen der weit verbreiteten Annahme, dass hauptsächlich ausländische Touristen betroffen sind, bestätigt die Statistik das Gegenteil.

Ein weiterer Irrglaube ist, dass Ertrinkungsunfälle nur in den Sommermonaten passieren. In Malaga starben zwischen Januar und August 2025 bereits 17 Menschen im Wasser, weitere fünf folgten in den letzten Monaten des Jahres. Somit ereignete sich fast ein Viertel der Todesfälle außerhalb der Hauptbadesaison. Die RFESS warnt seit Jahren, dass das Risiko auch im Winter besteht, während viele Kommunen ihre Sicherheitsmaßnahmen nur im Sommer verstärken.

Trotz der dramatischen Zahlen fehlt in Spanien ein einheitliches, offizielles Statistiksystem für Ertrinkungsunfälle. Die RFESS sammelt ihre Daten auf Basis von Meldungen aus einzelnen Gemeinden, da es keine gemeinsame Meldepflicht oder zentrale Erfassung gibt. Jessica Pino fordert die Einrichtung einer nationalen Behörde für Wasserrettung und Lebensrettung, um aktuelle und verlässliche Daten zu erhalten. Nur so könnten Präventionsmaßnahmen zielgerichtet geplant und umgesetzt werden.

Die Regionalregierung Andalusiens reagiert mit einer jährlichen Präventionskampagne, die seit 2019 läuft. Unter dem Motto „Nicht erst in den Nachrichten sehen: Im Wasser wird Unachtsamkeit zur Notlage“ appelliert die Kampagne an die Eigenverantwortung der Badegäste. Gesundheits- und Notfallminister Antonio Sanz stellte die Aktion Mitte Juni in Cádiz vor. Neben Social-Media- und TV-Kampagnen gibt es praktische Hilfsmittel wie einen Leitfaden zur Ertrinkungsprävention, die Plattform für Bürger-Notfälle und einen detaillierten Küstenkatalog Andalusiens.

Zusätzlich unterstützt die Regionalregierung Kommunen bei der Verbesserung der Strandüberwachung und der Arbeit der Rettungsschwimmer durch Förderprogramme. Diese Maßnahmen sind besonders für deutschsprachige Bewohner und Touristen an der Costa del Sol wichtig, da sie direkt die Sicherheit an den Stränden Malagas erhöhen sollen. Angesichts der steigenden Zahl von Ertrinkungsunfällen ist es für alle Wassernutzer ratsam, sich über die Risiken zu informieren und Vorsicht walten zu lassen – egal ob im Sommer oder Winter, am Strand oder im Pool.

Quelle: surinenglish.com
Zum Original

Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

Entdecken Sie spannende Tipps und Informationen.

→ Mehr erfahren

Schreibe einen Kommentar