Ab 2026 müssen rund 240.000 Haushalte in der Metropolregion Barcelona den sogenannten Tribut Metropolità zahlen. Diese neue Abgabe wird erstmals erhoben und betrifft vor allem Immobilienbesitzer, deren Objekte bislang von dieser Steuer befreit waren. Die Verwaltung der Área Metropolitana de Barcelona (AMB) hat in den vergangenen Wochen mit Schreiben an die betroffenen Haushalte über die anstehende Zahlung informiert.
Der Tribut Metropolità ist eine zusätzliche Steuer auf die Grundsteuer (Impuesto sobre Bienes Inmuebles, IBI), die es in Spanien so einzigartig macht. Die meisten neuen Steuerzahler werden mit einer jährlichen Abgabe zwischen 18 und 22 Euro belastet. Die Einnahmen daraus sollen für öffentliche Dienstleistungen und Projekte genutzt werden, darunter soziale Vergünstigungen im öffentlichen Nahverkehr, Maßnahmen zur Förderung von sozialem Wohnungsbau sowie die Pflege von Natur- und Stadtgebieten in der Metropolregion.
Bislang waren viele Haushalte von dieser Abgabe ausgenommen, weil ihr Immobilienwert unter 49.213,77 Euro lag und es sich um die erste Wohnstätte handelte. Das hatte eine Ausnahme vom Tribut Metropolità zur Folge. Diese Steuerbefreiung fiel jedoch nach einem Urteil des Obersten Gerichts Spaniens weg. Das bedeutet, dass die bisher ausgenommenen Immobilienbesitzer ab 2026 zur Kasse gebeten werden. Die Regelung war 2025 noch einmal ausnahmsweise in Kraft, wird aber nun endgültig abgeschafft.
Die Einführung der Steuer stößt in einigen Gemeinden der zweiten Metropolregion, wie Cerdanyola del Vallès, Barberà del Vallès und Molins de Rei, auf Kritik. Dort wird die Abgabe bereits seit 2019 erhoben, nachdem das katalanische Oberste Gericht eine entsprechende Entscheidung bestätigt hatte. Die AMB betont jedoch die soziale Funktion der Steuer und verweist auf die Verwendung der Mittel für das Gemeinwohl.
Die politische Zustimmung zur neuen Steuerregelung war knapp. Im Metropolrat der AMB stimmte Ende letzten Jahres nur die Sozialistische Partei Kataloniens (PSC) für die Einführung, während andere Parteien wie Junts per Catalunya, ERC und die Comuns sich enthielten. Die Steuererhebung erfolgt je nach Gemeinde zu unterschiedlichen Zeiten: In den meisten Ortschaften von Hospitalet de Llobregat bis Sant Adrià de Besòs wird die Steuer im Juni und Juli eingezogen. In Städten wie Barcelona und Badalona erfolgte die Zustellung der Zahlungsaufforderungen zwischen Mai und Juni. In Castelldefels und Cornellà de Llobregat läuft die Zahlungsfrist bis zum 4. September.
Die AMB steht zudem vor Herausforderungen, weil eine gerichtliche Anordnung eine Steuerreform erzwingt, die zu erheblichen Einnahmeverlusten von rund 40 Millionen Euro führt. Dies gefährdet geplante Investitionen in der Region. Deshalb haben die vier Regierungsparteien der Metropolregion – PSC, Junts, ERC und Comuns – gemeinsam Gespräche mit den Parlamentsfraktionen im spanischen Kongress aufgenommen, um eine Änderung des kommunalen Steuerrechts zu erreichen.
Die Debatte um den Tribut Metropolità hat inzwischen eine bundespolitische Dimension erreicht. Eine Gesetzesinitiative der Partei Junts aus dem Jahr 2025 versucht ebenfalls, die Steuerregelungen zu ändern. Für deutsche Residenten, Urlauber und Auswanderer in Barcelona und Umgebung bedeutet die neue Abgabe eine weitere finanzielle Verpflichtung, die sie bei der Haushaltsplanung berücksichtigen müssen. Die Steuer betrifft vor allem Eigentümer von Immobilien mit geringem Wert, die bisher von der Abgabe ausgenommen waren. Wer in der Metropolregion Barcelona lebt und Eigentum besitzt, sollte die kommenden Schreiben der AMB genau prüfen und bei Unklarheiten die zuständigen Behörden kontaktieren, um mögliche Fehler bei den Steuerbescheiden zu vermeiden.
Quelle: elperiodico.cat
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