Papst León XIV wird vom 6. bis 12. Juni 2024 Spanien besuchen, wobei die Regierung große Erwartungen an die Gespräche hat. Der Besuch des Pontifex wird als Gelegenheit gesehen, um wichtige Themen wie Migration, die Regulierung von Künstlicher Intelligenz (KI) und den Frieden anzusprechen. Premierminister Pedro Sánchez plant, während dieser Zeit eine gemeinsame Ansprache mit dem Papst zu halten, um eine offene und integrative Europäische Union zu fördern, die sich für die Regularisierung von Migranten einsetzt.
Die Regierung hat bereits signalisiert, dass sie auf eine Unterstützung des Papstes für ihre Politiken hofft, insbesondere in Bezug auf die geplante außergewöhnliche Regularisierung von Migranten, die auf Widerstand von politischen Gegnern wie dem Partido Popular und Vox stößt. Sánchez und seine Berater betonen die Notwendigkeit, mit den Herkunftsländern der Migranten zusammenzuarbeiten, um die Ursachen der Migration zu bekämpfen. Diese Diskussion wird vor dem Hintergrund eines neuen EU-Pakts über Migration und Asyl geführt, der voraussichtlich im Sommer in Kraft treten wird.
Ein zentraler Punkt des Besuchs wird die Begegnung des Papstes mit Migranten in den Städten Gran Canaria und Santa Cruz de Tenerife sein. Diese Treffen sind nicht nur symbolisch, sondern auch praktisch, da sie auf die Herausforderungen der Migration hinweisen, die viele Menschen auf den Kanarischen Inseln betreffen. Der Papst wird auch mit freiwilligen Helfern sprechen, die sich um die Migranten kümmern, was die humanitäre Dimension der Reise unterstreicht.
Darüber hinaus wird erwartet, dass der Papst auch Themen des Multilateralismus und des Friedens ansprechen wird, insbesondere im Hinblick auf geopolitische Spannungen, die durch die Politik der USA unter der Trump-Administration verstärkt wurden. León XIV hat eine „desarmte und desarmierende“ Friedensinitiative vorgeschlagen, die sich sowohl auf die Konflikte in der Ukraine als auch im Nahen Osten bezieht. Die spanische Regierung sieht in dieser Initiative eine Möglichkeit, ihre diplomatischen Beziehungen zu stärken, insbesondere im Hinblick auf die bevorstehende XXX. Iberoamerikanische Gipfelkonferenz in Madrid im November.
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Reise wird die Diskussion über die Regulierung von digitalen Plattformen und KI sein. Der Papst wird am Montag eine erste Enzyklika veröffentlichen, die sich auf die Herausforderungen der Künstlichen Intelligenz konzentriert. Diese Veröffentlichung fällt nur 48 Stunden vor dem Treffen mit Sánchez, was die Erwartungen an eine gemeinsame Positionierung in diesem Bereich erhöht. Sánchez hat bereits vor den Gefahren eines „stillen Kolonialismus“ durch KI gewarnt und fordert eine globale, multilaterale Antwort auf die Herausforderungen, die diese Technologie mit sich bringt.
Insgesamt wird der Besuch des Papstes in Spanien als eine bedeutende Gelegenheit angesehen, um wichtige gesellschaftliche und politische Themen zu adressieren, die sowohl für die spanische Regierung als auch für die internationale Gemeinschaft von Bedeutung sind. Die Botschaften, die während dieser Reise vermittelt werden, könnten weitreichende Auswirkungen auf die öffentliche Meinung und die politischen Strategien in Bezug auf Migration und technologische Regulierung haben.
Quelle: diariodemallorca.es
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