Im Stadtteil Poblenou in Barcelona erlebte das Konzept der Superilla, das 2016 und 2017 eingeführt wurde, einen bemerkenswerten Wandel. Die Superilla, entworfen von Salvador Rueda, zielt darauf ab, städtische Räume neu zu gestalten, indem sie eine reduzierte Verkehrsbelastung in den Innenbereichen von Stadtblocks fördert. Der Ansatz besteht darin, nur die äußeren Straßen eines 3×3-Blocksystems für den Verkehr zu öffnen, während die Innenräume Fußgängern und Grünflächen vorbehalten sind. Diese Reform war die erste ihrer Art in Barcelona und diente als Testlauf für ähnliche Projekte in der Stadt.
Im Gegensatz zur Superilla von Poblenou, die lediglich einige wirtschaftliche Interessen, wie Autowerkstätten, tangierte, stieß die Reform im Eixample auf bedeutendere wirtschaftliche und soziale Widerstände. Die Umgestaltung des Eixample wurde in eine neue Form gebracht, die als „grüne Achsen“ bekannt wurde. Diese Achsen stellen eine lockere Anordnung von Straßen und Gärten dar, die asphaltierte Blöcke umgeben und die Aufenthaltsqualität für Anwohner und Besucher deutlich erhöhen. Trotz der anfänglichen Widerstände hat diese Reform sowohl den Fußgängern als auch den Eigentümern von Immobilien in der Nähe der grünen Achsen Vorteile gebracht.
Ein wesentlicher Unterschied zwischen den beiden Superilla-Projekten ist der Umgang mit der Flächennutzung. Während in Poblenou jeder Quadratmeter Straße sorgfältig als Grünfläche oder Verkehrsfläche umgewidmet wurde, geschah die Umgestaltung im Eixample ohne eine derartige detaillierte Planung. Hier wurde die Erweiterung der Fußwege und die Schaffung von Grünflächen eher pragmatisch behandelt, um die Reform vor den Kommunalwahlen 2023 präsentieren zu können. Dies führte zu einer schnelleren Umsetzung, jedoch ohne die notwendige rechtliche Grundlage, die eine umfassende Umwidmung des Flächenplans erfordert hätte.
Die Superilla von Poblenou gilt mittlerweile als Vorbild für zukünftige städtische Projekte in Barcelona und darüber hinaus. Die positiven Effekte auf die Lebensqualität der Anwohner sind offensichtlich. Die urbanen Räume bieten nun mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer, was zu einer Verringerung der Luftverschmutzung und einer Erhöhung der sozialen Interaktion führt. Die Stadtverwaltung plant, diese Konzepte auch in anderen Stadtteilen zu implementieren, um eine nachhaltigere und lebenswertere Stadt zu schaffen.
Für Touristen und Auswanderer auf den Kanaren, die an Urbanismus und nachhaltiger Stadtentwicklung interessiert sind, bietet die Entwicklung in Barcelona wichtige Einblicke. Die Transformation von städtischen Räumen zu mehr Fußgängerzonen und Grünflächen könnte auch für die Kanarischen Inseln von Bedeutung sein, wo ähnliche Herausforderungen in Bezug auf Verkehr und Lebensqualität bestehen. Die Erfahrungen aus Barcelona könnten als Anregung dienen, um auch hier innovative Lösungen zu finden, die den Bedürfnissen der Bevölkerung und der Umwelt gerecht werden.
Quelle: elperiodico.cat
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