Die Auswirkungen des aktuellen Konflikts im Nahen Osten auf den spanischen Tourismussektor zeigen sich in unterschiedlichen Aspekten. Laut der Unternehmensvereinigung Exceltur könnte bei einer kurzen und lokal begrenzten Kriegsdauer ein Anstieg der touristischen Aktivität in Spanien um 2,5 % im Jahr 2026 erwartet werden. Dies übertrifft die ursprüngliche Prognose von 2,4 % aus Januar. Die Schätzungen wurden im Bericht für das erste Quartal 2026 veröffentlicht, der am 9. April vorgestellt wurde.
Exceltur hebt hervor, dass die Unsicherheit in der Region dazu führen könnte, dass Touristen verstärkt nach sichereren Zielen suchen. Im Jahr 2025 besuchten 181 Millionen Touristen die Konfliktregion und deren Einflussbereich im östlichen Mittelmeer, wobei 46,9 Millionen aus europäischen Märkten stammten. Ein Teil dieser Reisenden könnte sich in Richtung Spanien umorientieren, was insbesondere in den Sommermonaten von Bedeutung ist, da Spanien in diesem Segment stark positioniert ist.
Die Prognose sieht vor, dass der Anstieg der touristischen Aktivität in Spanien teilweise die negativen Auswirkungen der steigenden Preise und Zinsen kompensieren könnte. Exceltur schätzt, dass der „Refugiumseffekt“ durch die Sicherheitswahrnehmung Spaniens 2,0 Prozentpunkte zum touristischen BIP-Wachstum 2026 beitragen könnte, während gleichzeitig ein Rückgang von 1,9 Prozentpunkten aufgrund der wirtschaftlichen Auswirkungen des Konflikts zu erwarten ist.
Im ersten Quartal 2026 verzeichnete der Tourismussektor ein reales BIP-Wachstum von 2,1 % und einen Anstieg der Unternehmensumsätze um 4,0 %. Trotz dieser positiven Entwicklung sieht sich die Branche jedoch mit steigenden Betriebskosten konfrontiert, die durch den Konflikt und andere unvorhergesehene Ereignisse verursacht werden. Die Kosten für Öl, Energie und Lieferungen sind erheblich gestiegen, was die Gewinnmargen der Unternehmen belastet.
Quelle: hosteltur tourismus
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