In der Provinz Barcelona kämpfen zahlreiche ländliche Gemeinden gegen die Abwanderung junger Menschen und die damit verbundene Demografiefalle. Laut aktuellen Daten des Instituts für Statistik von Katalonien (Idescat) verzeichneten 2023 ein Drittel der Gemeinden mit weniger als 1.000 Einwohnern einen negativen Wanderungssaldo bei der Altersgruppe von 15 bis 34 Jahren. Um dem entgegenzuwirken, initiieren diese Gemeinden in Zusammenarbeit mit der Diputació de Barcelona Projekte zur Schaffung von erschwinglichem Wohnraum. Dabei werden leerstehende öffentliche Gebäude wie Schulen und ehemalige Bauernhöfe rehabilitiert und in Mietwohnungen umgewandelt.
Ein Beispiel ist die Gemeinde Gallifa, die 2021 ein ungenutztes Einfamilienhaus in eine Sozialwohnung für junge Menschen umwandelte. Der Bürgermeister Mateu Comalrena betont, dass es durchaus Perspektiven für die ländlichen Gemeinden gibt, wenn man sich anstrengt. Auch in Vallcebre wurden bereits mehrere Projekte zur Schaffung von sozialem Wohnraum umgesetzt, darunter die Umnutzung einer ehemaligen Lehrerwohnung und die Renovierung von alten Schulgebäuden. Der erste Stellvertreter des Bürgermeisters, Jordi Lapuente, hebt hervor, dass die Ansiedlung neuer Familien entscheidend für die wirtschaftliche Stabilität der Gemeinde ist.
Die Diputació unterstützt die Gemeinden mit technischen und finanziellen Hilfen, um die Schaffung von Wohnraum voranzutreiben. David Mongil, Leiter der Wohnungsabteilung, erklärt, dass der Fokus darauf liegt, bestehende Gebäude zu nutzen, bevor neue gebaut werden. Die Herausforderung ist jedoch nicht nur die Schaffung von Wohnraum, sondern auch die Attraktivität der ländlichen Gemeinden für junge Menschen zu steigern. In Gallifa ist der Wohnraum begrenzt, und viele Häuser sind bereits belegt. Die Gemeinden sind sich einig, dass die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum entscheidend ist, um die Abwanderung junger Menschen zu stoppen und die lokale Wirtschaft zu fördern.
Quelle: barcelona elperiodico
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