Neun Jahre Haft gefordert: Unternehmerin aus Palma wegen Hochzeitsreise-Betrugs vor Gericht in Spanien (Gericht Spanien)

Neun Jahre Haft gefordert: Unternehmerin aus Palma wegen Hochzeitsreise-Betrugs vor Gericht

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Geschrieben von Thomas John Spanien Nachrichten Redaktion

12 Juni, 2026

Eine Unternehmerin aus Palma de Mallorca steht vor einer schweren Anklage: Die Staatsanwaltschaft fordert neun Jahre Haft wegen Betrugs im Zusammenhang mit der Organisation von Hochzeitsreisen. Die Frau, die unter den Namen „Say Me Travel“ und „Viajes con esencia“ firmierte, soll mindestens 31 Kunden um Vorauszahlungen betrogen haben. Insgesamt beläuft sich der Schaden nach Angaben des Gerichts auf rund 100.000 Euro.

Die Angeklagte, Francisca F., hatte eine Firma namens Belive Mallorca gegründet, die sich auf die Planung von Flitterwochen spezialisiert hatte. Dabei bot sie ihren Kunden vermeintlich attraktive und preislich wettbewerbsfähige Pauschalreisen an. Die Kunden sollten die Kosten für Flüge und Hotelübernachtungen vorab bezahlen. Dieses Geld sollte die Unternehmerin nutzen, um die Reiseleistungen zu buchen – tatsächlich jedoch verschwanden die Vorauszahlungen, ohne dass Reservierungen vorgenommen wurden.

Viele Paare entdeckten den Betrug erst wenige Stunden vor ihrer geplanten Hochzeit oder Abreise. Einige konnten noch kurzfristig alternative Reisen buchen, verloren jedoch die bereits gezahlten Beträge. Besonders dramatisch verlief der Fall eines Paares aus Madrid, das eine Hochzeit in Cancún, Mexiko, plante. Die Familie wollte an der Zeremonie teilnehmen, doch zwei Tage vor dem Flug brach der Kontakt mit der Organisatorin ab. Die Reise wurde nicht organisiert, die Hochzeitsgesellschaft blieb ohne Reiseunterlagen und ohne Rückerstattung.

Die Staatsanwaltschaft wirft Francisca F. vor, das Geld ihrer Kunden für private Zwecke verwendet und nur selten tatsächlich Buchungen vorgenommen zu haben. Wenn Reservierungen durchgeführt wurden, seien diese oft nicht bezahlt worden, sodass Fluggesellschaften oder Hotels sie stornierten. Die Kommunikation mit den betroffenen Paaren brach meist ab, sobald die Zahlung einging. In manchen Fällen antwortete die Angeklagte nicht mehr oder lieferte Ausreden, etwa dass sie im Krankenhaus oder bei einer Beerdigung sei – beides mit gefälschten Fotos belegt.

Die Ermittlungen gegen Francisca F. sind nicht abgeschlossen. Ein weiteres Gericht untersucht derzeit zusätzliche Fälle ähnlicher Schwere. Die Unternehmerin könnte somit bald erneut vor Gericht stehen. Aktuell hat sie das Reisegeschäft eingestellt und betreibt in Palma ein Brautmodengeschäft. Auch dort häufen sich Beschwerden von Kundinnen über mangelhafte oder nicht gelieferte Kleider.

Für deutschsprachige Leser, die in Palma oder auf Mallorca leben, ist die Angelegenheit von besonderem Interesse. Die betrügerischen Machenschaften zeigen, wie wichtig es ist, bei der Buchung von Hochzeitsreisen auf seriöse Anbieter zu achten und Vorauszahlungen nur unter sicheren Bedingungen zu leisten. Urlauber und Auswanderer sollten vor Vertragsabschlüssen stets prüfen, ob die Agentur über offizielle Lizenzen verfügt und ob Bewertungen oder Erfahrungen anderer Kunden vorliegen.

Die juristische Aufarbeitung dieses Falls könnte künftig auch Auswirkungen auf die Regulierung und Kontrolle von Reisebüros auf Mallorca haben. Für Betroffene bleibt die Hoffnung, zumindest einen Teil des Schadens zurückzuerhalten – bislang ist das jedoch unwahrscheinlich. Die neun Jahre Haftstrafe, die die Staatsanwaltschaft fordert, signalisieren die Schwere des Betrugs und sollen eine abschreckende Wirkung erzielen. Die Verhandlung wird in Palma erwartet und dürfte ein deutliches Signal für den Schutz von Verbrauchern auf der Insel setzen.

Quelle: diariodemallorca.es
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Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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