Bürokratie in Palma: Sechs Behörden mit unterschiedlicher Praxis bei Terminen ohne Voranmeldung in Technik (Digital)

Bürokratie in Palma: Sechs Behörden mit unterschiedlicher Praxis bei Terminen ohne Voranmeldung

User avatar placeholder
Geschrieben von Thomas John Spanien Nachrichten Redaktion

14 Juni, 2026

Wer in Palma versucht, ohne vorherige Terminvereinbarung ein Anliegen bei einer öffentlichen Behörde zu klären, erlebt oft unterschiedliche Verfahren und teils große Schwierigkeiten. Eine Reportage durch sechs verschiedene öffentliche Ämter in der Hauptstadt der Balearen zeigt, wie unterschiedlich die Bürgerinnen und Bürger behandelt werden – und welche Hürden sich besonders für ältere Menschen ergeben.

Der Rundgang beginnt im Gebäude, das das balearische Arbeitsamt SOIB und das staatliche Arbeitsamt SEPE beherbergt. Beim SOIB kann man einige Leistungen, wie die Erneuerung der Arbeitsuchendmeldung, auch ohne Termin erledigen. Für andere Leistungen, etwa die erstmalige Anmeldung, ist jedoch eine vorherige Terminvereinbarung zwingend erforderlich. Der SEPE verfolgt eine noch strengere Politik: Hier ist eine persönliche Vorsprache ausschließlich mit Termin möglich. Dieses System führt immer wieder zu Beschwerden, vor allem ab November, wenn viele saisonale Arbeitnehmer ihre Leistungsansprüche regeln müssen.

Wer an einem Mittwoch einen Termin bei einer der SEPE-Stellen auf Mallorca vereinbaren möchte, muss mit Wartezeiten von mehreren Tagen rechnen. Die erste verfügbare Möglichkeit lag eine Woche später – und zwar in Felanitx, obwohl der Antragsteller eigentlich in Palma betreut werden wollte. Diese langen Wartezeiten und die ausschließliche Online-Terminvergabe stellen besonders ältere Menschen vor große Herausforderungen.

Die Direktion für Pflegeangelegenheiten des balearischen Regionalregierungs (Govern) zeigt eine andere Praxis. Dort werden bestimmte Anliegen – etwa die Abgabe von Dokumenten, die Beantragung von Behindertenzertifikaten oder der Nachreichung von Unterlagen – auch ohne Termin akzeptiert. An nur einem Tag kamen über 50 Personen ohne Termin, von denen etwa 45 tatsächlich bedient wurden.

Ganz anders sieht es beim IBAVI (Institut Balear de l’Habitatge) aus. Hier wird ausschließlich mit vorheriger Terminvereinbarung gearbeitet. Ein deutlich sichtbarer Hinweis an der Eingangstür informiert die Besucher darüber. Ohne Termin bleibt der Zugang verwehrt.

Auch auf kommunaler Ebene gibt es Unterschiede. Die städtische Verkehrsgesellschaft EMT in Palma erlaubt den Besuchern, ohne Termin zu kommen. Ein Mitarbeiter empfängt die Kunden, weist sie an, über eine Maschine eine Wartemarke zu ziehen, und sorgt für eine geordnete Bearbeitung der Anliegen.

Die angespannteste Situation herrscht jedoch vor der Provinzdirektion der spanischen Sozialversicherung (INSS). Dort bilden sich regelmäßig lange Warteschlangen vor den Türen, da viele Menschen versuchen, ohne Termin ihre Anliegen zu klären. Besonders ältere Bürgerinnen und Bürger klagen über die Schwierigkeit, online einen Termin zu bekommen. Encarna Giménez, 68 Jahre alt, beschreibt ihre Erfahrungen: „Es ist sehr schwierig, online eine Terminvereinbarung zu bekommen. Ich weiß gar nicht genau, wie man das macht.“ Sie kritisiert, dass seit der Covid-Pandemie die ausschließliche Terminvergabe per Internet erfolgt, was für viele Menschen eine erhebliche Hürde darstellt. „Für die Ämter ist das bequem, aber für uns sehr kompliziert“, sagt sie.

Diese Vielfalt an Regelungen und der teilweise schwer zugängliche Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen in Palma werfen Fragen nach der Bürgerfreundlichkeit und Barrierefreiheit auf. Gerade für ältere Menschen, die mit digitalen Medien weniger vertraut sind, wird die Erledigung von Behördengängen zu einer großen Herausforderung. Für deutschsprachige Einwohner und Besucher Palmas bedeutet dies, sich frühzeitig über die jeweiligen Zugangsregeln zu informieren und gegebenenfalls Unterstützung bei der Online-Terminvergabe zu suchen.

Insgesamt zeigt die Tour durch die sechs Ämter in Palma, dass es kein einheitliches System gibt. Während manche Behörden flexibler auf spontane Besuche reagieren, setzen andere strikt auf vorherige Terminbuchungen, was die Zugänglichkeit erschwert. Die unterschiedlichen Praktiken spiegeln die Herausforderungen wider, vor denen die öffentliche Verwaltung in Palma steht, um den Bürgern einen angemessenen Service zu bieten.

Quelle: diariodemallorca.es
Zum Original

Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

Entdecken Sie spannende Tipps und Informationen.

→ Mehr erfahren

Schreibe einen Kommentar