Bizum Pay: Neue Zahlungsart in Spanien birgt Sicherheitsrisiken – Wirtschaft (Bizum Pay)

Bizum Pay: Neue Zahlungsart in Spanien birgt Sicherheitsrisiken

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Geschrieben von Thomas John Spanien Nachrichten Redaktion

16 Mai, 2026

Ab Montag können Verbraucher in Spanien mit Bizum Pay in Geschäften bezahlen. Diese neue Zahlungsart verspricht schnelle, direkte Zahlungen ohne Zwischenhändler, was eine technologische Revolution im Zahlungsverkehr darstellt. Bisher erhielten Kreditkartenunternehmen wie Visa und Mastercard Gebühren für ihre Dienste, doch mit Bizum Pay entfallen diese Kosten.

Bizum nutzt eine Peer-to-Peer-Technologie, die direkte Zahlungen zwischen Nutzern ermöglicht. José Luis Nevado, CEO von Sipay, betont, dass die Sicherheitsmaßnahmen von Bizum mit denen von Kreditkarten vergleichbar sind. Die europäische PSD2-Richtlinie verlangt drei Authentifizierungsfaktoren: Wissen, Identität und Besitz. Diese sollen Betrugsversuche minimieren. Dennoch warnt Nevado vor der Funktion „Bizum anfordern“, die bei unachtsamen Nutzern zu Verwirrung führen könnte, wenn sie glauben, Geld zu erhalten, anstatt es zu senden.

Martín Brea, CEO von DarkData, weist darauf hin, dass die Kommunikation bei Bizum Pay ähnlich sicher ist wie bei Kreditkarten. Die Datenübertragungen sind verschlüsselt, und Nutzer müssen ein vertrauenswürdiges Gerät sowie einen PIN verwenden, was eine zusätzliche Sicherheitsebene bietet.

Die Unabhängigkeit von großen Zahlungsanbietern ist ein zentrales Anliegen Europas. Brea erklärt, dass Europa bereits eigene Software entwickelt hat. Die Speicherung von Daten auf europäischen Servern ist durch die europäische Datenschutzverordnung geregelt, was das Risiko von Datenmissbrauch verringert. Die Sicherheitsstandards europäischer Server sind hoch, was für Verbraucher eine zusätzliche Sicherheit darstellt.

Javier Rey, Geschäftsführer der Zahlungsabteilung von Indra Group, sieht in der Einführung von Bizum Pay die Notwendigkeit neuer Kontrollmechanismen. Sofortige Zahlungen bieten zwar Geschwindigkeit und Komfort, jedoch müssen Banken, Geschäfte, Technologieanbieter und Verbraucher gemeinsam Verantwortung übernehmen, um das Vertrauen in diese neue Methode zu stärken.

Thibaut Almendra, Cybersicherheitsexperte bei NTT Data, erklärt, dass der Hauptunterschied zwischen Kreditkarten und Bizum Pay im Zahlungsprozess liegt. Während Zahlungen mit Kreditkarten über Netzwerke wie Visa oder Mastercard geleitet werden, erfolgt bei Bizum Pay eine direkte Übertragung zwischen Konten, die durch biometrische Verfahren wie Fingerabdruck oder Gesichtserkennung gesichert ist.

Für Geschäfte hat Bizum Pay den Vorteil, dass Zahlungen schneller eingehen. Dies ist besonders für kleinere Unternehmen von Bedeutung, die oft Schwierigkeiten mit der Verwaltung von Bargeld haben. Zudem entfallen viele Gebühren, die bei Kreditkartenzahlungen anfallen. Für Verbraucher bedeutet die Nutzung von Bizum Pay, dass keine Kreditkartendaten übertragen werden, was das Risiko von Betrug verringert.

Dennoch bleibt unklar, wie Rückerstattungen oder Streitigkeiten im Zusammenhang mit Zahlungen geregelt werden. Hier haben Kreditkartenanbieter deutlich mehr Erfahrung. Zudem wird die Herausforderung für Bizum Pay darin bestehen, sich im Wettbewerb mit den etablierten Systemen von Visa und Mastercard zu behaupten, die über Jahre hinweg ihre Prozesse optimiert haben.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Einführung von Bizum Pay in Spanien sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich bringt. Die Verbraucher sollten sich der potenziellen Risiken bewusst sein und sich über die Funktionsweise dieser neuen Zahlungsart informieren, um sicher zu bleiben.

Quelle: diariodemallorca.es
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Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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