Fünf Jahre nach dem Start der Liberalisierung des Schienenpersonenverkehrs in Spanien sind die Preise für Hochgeschwindigkeitszugtickets deutlich gesunken. Vor allem auf den Hauptstrecken konnten Reisende von niedrigeren Tarifen profitieren – eine Entwicklung, die den Zug als attraktive Alternative für touristische und geschäftliche Reisen über mittlere und lange Distanzen stärkt. Am stärksten fiel der Preisrückgang auf der Strecke Madrid–Málaga aus, wo Tickets im Sommer 2026 im Vergleich zu 2019 um 52 Prozent günstiger sind.
Auch auf der Verbindung Madrid–Valladolid sanken die Preise um 51 Prozent, was maßgeblich durch den Eintritt eines Billigbetreibers in den Markt beeinflusst wurde. Weitere bedeutende Preisnachlässe zeigen sich auf den Routen Madrid–Barcelona (-44 %) sowie Madrid–Córdoba und Madrid–Alicante (jeweils -43 %). Diese Zahlen stammen von Trainline, einem führenden Anbieter im Bereich Bahnreisen, der die Entwicklung der Preise seit der Marktöffnung genau verfolgt.
Die Liberalisierung hat nicht nur die Preise auf den meistbefahrenen Strecken gedrückt, sondern auch auf anderen stark frequentierten Verbindungen zu spürbaren Einsparungen geführt. So sind Zugtickets auf den Strecken Madrid–Valencia und Madrid–Sevilla um 38 Prozent günstiger als vor der Marktöffnung. Auch die Verbindungen Madrid–Santander (-23 %), Madrid–Huelva (-22 %), Madrid–Zaragoza (-20 %), Madrid–Albacete (-15 %), Madrid–Cádiz (-12 %) und Barcelona–Zaragoza (-11 %) verzeichnen Preisrückgänge.
Die Preissenkungen beschränken sich nicht nur auf die Sommermonate. Im Jahresvergleich von 2025 zu 2024 zeigen sich vor allem im Norden und Südosten Spaniens weitere deutliche Tarifsenkungen. Die Strecke Madrid–Murcia verbilligte sich um 18 Prozent, die Verbindung nach Asturien über Oviedo und Gijón um 17 Prozent. Auch die Preise zu Zielen in Galicien fielen: A Coruña (-11 %), Santiago de Compostela (-8 %) und Vigo (-8 %).
Pedro García, General Manager von Trainline in Europa, betont, dass die Liberalisierung den spanischen Bahnmarkt grundlegend verändert habe. Sie habe nicht nur zu niedrigeren Preisen geführt, sondern auch das Angebot an Verbindungen und die Frequenz der Züge erhöht. Dadurch sei der Zugverkehr für viele Reisende attraktiver geworden, was sich in einer höheren Passagierzahl widerspiegelt.
Die gesteigerte Nachfrage zeigt sich besonders im Sommer 2026: Zwischen dem 1. Juni und dem 31. August stieg die Zahl der Fahrgäste nach Santiago de Compostela um 380 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch Pamplona (+149 %) und León (+139 %) verzeichneten starke Zuwächse. Diese Entwicklung hängt mit der Umstrukturierung der Hochgeschwindigkeitsverbindungen nach Galicien sowie mit Infrastrukturverbesserungen wie der Variante von Pajares und neuen Zügen im Nordkorridor zusammen.
Die Preisentwicklung beeinflusst auch die Reiseentscheidungen der Spanier. Fast 40 Prozent überlegen derzeit, wie sie ihren Sommerurlaub gestalten, wobei Kosten für die Reise und Flugpreise die Hauptgründe sind. Besonders bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 29 Jahren steigt der Anteil auf 49 Prozent, die ihre Mobilitätswahl überdenken.
Für deutschsprachige Urlauber, Auswanderer und Expats in Spanien bedeutet die Liberalisierung eine günstigere und flexiblere Möglichkeit, das Land mit dem Zug zu erkunden. Die deutlich gesunkenen Preise machen gerade die beliebten Verbindungen zwischen Madrid und den südlichen sowie nördlichen Küstenregionen attraktiver. Zudem profitieren Reisende von einem erweiterten Angebot und häufigeren Verbindungen, was die Planung von Kurz- und Langstreckenreisen erleichtert.
Insgesamt zeigt sich, dass der Wettbewerb im spanischen Hochgeschwindigkeitszugmarkt zu einer nachhaltigen Reduzierung der Fahrpreise geführt hat und das Bahnfahren als Transportmittel in Spanien weiter an Bedeutung gewinnt. Dies kommt nicht nur den Einheimischen zugute, sondern auch Touristen und internationalen Bewohnern, die das Land auf umweltfreundliche Weise entdecken möchten.
Quelle: hosteltur.com
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