Die Architektin Ayano Kikuchi hat sich intensiv mit den Fensterdesigns des berühmten katalanischen Architekten Antoni Gaudí beschäftigt. In ihrer Forschung hat sie über 400 Fenster des Palau Güell katalogisiert, die Gaudí entworfen hat, und deren vielfältige Funktionen und Materialien untersucht. Kikuchi, die vor zehn Jahren in Tokio begann, hebt hervor, dass Gaudí in seinen Designs keine Grenzen kannte und verschiedene Materialien und Formen kombinierte, um den Anforderungen jedes Raumes gerecht zu werden.
Im Jahr 2021 organisierte Kikuchi eine Ausstellung in Tokio, in der sie moderne Technologien wie 3D-Druck einsetzte, um die Essenz von Gaudís Fensterdesigns zu bewahren. Gemeinsam mit einem Industriedesigner stellte sie drei große Fenster her, die die geometrischen Prinzipien von Gaudí aufgreifen. Kikuchi ist überzeugt, dass Gaudí, hätte er die Möglichkeit gehabt, die heutigen Technologien zu nutzen, diese auch angewendet hätte.
Ein zentrales Anliegen der Architektin ist die Kostenfrage, da die Produktion von Designs, die Gaudí nachempfunden sind, gegenwärtig teuer ist. Sie glaubt jedoch, dass technologische Fortschritte in der Zukunft die Herstellungskosten senken könnten. Kikuchi betont auch die hohe Handwerkskunst der damaligen Werkstätten, die Gaudí bei seinen Projekten unterstützten.
Derzeit wird im Palau Güell die Ausstellung „Gaudí: Ventanas al futuro“ bis zum 25. Oktober gezeigt, die eine Zusammenfassung von Kikuchis Forschung und den neuen Ansätzen in der Architektur präsentiert. Im Juni wird eine wissenschaftliche Publikation im Rahmen des Internationalen Architekturkongresses veröffentlicht, die weitere Erkenntnisse zu Gaudís Fensterdesigns bietet.
Quelle: lavanguardia.com
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