Ein Kino in Algeciras wurde mit einer Geldstrafe von 45.000 Euro belegt, weil es Kunden den Zugang zu Vorführungen mit Lebensmitteln und Getränken, die außerhalb des Kinos gekauft wurden, verwehrte. Diese Strafe wurde von der Territorialdelegation für Gesundheit und Verbrauch der Junta de Andalucía in Cádiz verhängt, nachdem die Verbraucherorganisation FACUA Beschwerden unterstützt hatte. Der Fall betrifft die Praxis des Unternehmens Yelmo Cines, die den Zutritt für Kunden, die externe Produkte mitbringen, einschränkt. Laut der veröffentlichten Entscheidung wurde das Vergehen als schwerwiegend eingestuft, was in Andalusien mit Geldstrafen zwischen 10.001 und 100.000 Euro geahndet werden kann.
Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht die Frage, ob Kinos, deren Haupttätigkeit die Filmvorführung ist, das Mitbringen von Speisen und Getränken verbieten können, nachdem die Besucher bereits für den Eintritt bezahlt haben. Verbraucherverbände argumentieren, dass Kinos keine reinen Lebensmittelgeschäfte sind und daher Besucher nicht zwingen können, vor Ort zu kaufen. FACUA hat ähnliche Beschwerden in mehreren Regionen Spaniens unterstützt und betont, dass Kunden selbst entscheiden sollten, wo sie Snacks und Getränke erwerben, es sei denn, es gibt spezifische Sicherheits- oder Hygienegründe für Einschränkungen.
Dies ist bereits die vierte Geldstrafe gegen die Yelmo-Kette wegen dieser Praxis. Frühere Strafen umfassten 25.000 Euro in Almería, 12.000 Euro in Sevilla und 30.000 Euro von der baskischen Verbraucherbehörde Kontsumobide. Die aktuelle Strafe in Algeciras ist die höchste, die im Zusammenhang mit dieser Praxis verhängt wurde. Die spanischen Verbraucherschutzgesetze ermöglichen es regionalen Behörden, Geschäftspraktiken zu untersuchen und Strafen zu verhängen, wenn Regelverstöße festgestellt werden.
Obwohl diese Entscheidung nicht automatisch eine landesweite Regelung für alle Kinos schafft, könnte sie dennoch Auswirkungen auf ähnliche Praktiken in anderen Regionen haben und möglicherweise weitere Beschwerden von Kunden nach sich ziehen. Die Intervention der Aufsichtsbehörden könnte auch die Art und Weise beeinflussen, wie Kinos in Zukunft mit ihren Regeln für Speisen und Getränke umgehen.
Quelle: euro weekly
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