Nach der Genehmigung eines Gesetzes im Vereinigten Königreich, das den Verkauf von Tabak an zukünftige Generationen verbietet, wird in Spanien erneut über eine Verschärfung der Tabakgesetze nachgedacht. Das britische Gesetz, das den Verkauf von Zigaretten an Personen, die nach dem 1. Januar 2009 geboren wurden, untersagt, könnte als Vorbild für Spanien dienen, wo derzeit ein Mindestalter von 18 Jahren für den Tabakverkauf gilt.
Gesundheitsexperten in Spanien weisen darauf hin, dass das Land einst eine Vorreiterrolle in Europa bei der Einführung von Nichtraucherschutzgesetzen einnahm, jedoch inzwischen hinter anderen Ländern zurückgefallen ist. Während Spanien 2010 bedeutende Rauchverbote in Innenräumen einführte, verfolgen andere europäische Staaten mittlerweile strengere Maßnahmen. Ein britisches Modell in Spanien würde eine umfassende Gesetzesänderung erfordern, um das Verkaufsalter nach Geburtsdatum zu regeln, was zu unterschiedlichen Vorschriften für Erwachsene führen könnte, je nach ihrem Geburtsjahr.
Die Diskussion über eine mögliche Einführung eines solchen Gesetzes wirft auch Fragen zur Fairness und zur Durchsetzbarkeit auf. Befürworter argumentieren, dass eine solche Maßnahme zur öffentlichen Gesundheit beitragen könnte, indem sie die Suchtprävention in den Fokus rückt. Kritiker hingegen sehen darin eine staatliche Kontrolle über persönliche Entscheidungen.
Zusätzlich könnte eine solche Regelung Auswirkungen auf britische Touristen haben, die in Spanien Tabak kaufen möchten. Während britische Gesetze für den Kauf in Großbritannien gelten, müssen sie sich in Spanien an die dortigen Altersregelungen halten. Derzeit bleibt das gesetzliche Kaufalter in Spanien bei 18 Jahren, doch die britische Entscheidung hat die Diskussion über die Tabakgesetzgebung in Europa neu entfacht und erhöht den Druck auf andere Länder, ähnliche Maßnahmen zu erwägen.
Quelle: euro weekly
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