Die Künstliche Intelligenz (KI) verändert die Reisebranche, doch entgegen vieler Erwartungen steigt die Nachfrage nach menschlichen Reiseberatern weiter an. Während KI-gestützte Tools Reisen in Sekunden planen können, bevorzugen viele Reisende in Spanien und den USA weiterhin die individuelle Beratung durch erfahrene Agenten. Diese Entwicklung zeigt sich deutlich in den jüngsten Arbeitsmarktanalysen und Verbraucherstudien.
In den Vereinigten Staaten zählt der Beruf des Reiseberaters laut dem LinkedIn-Ranking „Jobs on the Rise 2025“ zu den fünf am schnellsten wachsenden Berufen. Die Plattform beschreibt den Travel Advisor als Fachkraft, die Kunden bei der Planung und Buchung von Flügen, Unterkünften und Aktivitäten unterstützt – stets abgestimmt auf deren Wünsche und Budget. Neben klassischen Kompetenzen wie Reiseplanung und Kundenberatung sind zunehmend digitale Fähigkeiten wie Social-Media-Marketing und spezialisierte Reiseschreiberei gefragt. Diese Kombination macht den Beruf moderner und vielseitiger.
Auch in Spanien hat die Rolle des Reiseberaters an Bedeutung gewonnen. LinkedIn führt ihn dort als Spitzenreiter der „Empleos en auge 2025“ auf. Besonders in Städten wie Madrid, Barcelona und San Sebastián verzeichnen Reisebüros und Veranstaltungsorganisatoren eine steigende Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften. Der Sektor umfasst neben der klassischen Reiseorganisation auch Bereiche wie Gastronomie und Sportevents, was die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten verdeutlicht.
Diese Trends zeigen, dass die Digitalisierung und der Einsatz von KI die Rolle des Reiseberaters nicht verdrängen, sondern vielmehr transformieren. Der Agent wird zum „Superagenten“, der nicht nur Buchungen vornimmt, sondern als vertrauenswürdiger Partner agiert, der komplexe Informationen filtert, individuelle Bedürfnisse erkennt und bei Problemen schnell Lösungen bietet. Gerade in Zeiten, in denen Reisende Sicherheit und maßgeschneiderte Angebote suchen, steigt der Wert persönlicher Beratung.
Bloomberg berichtet zudem von einem bemerkenswerten Wandel in den USA: Immer mehr Fachkräfte aus Bereichen wie Recht, Finanzen oder Verwaltung wechseln in die Reiseberatung. Die Zahl der Personen, die sich auf LinkedIn als Reiseberater ausweisen, ist in den vergangenen drei Jahren um über 50 Prozent gestiegen. Laut der American Society of Travel Advisors werden die über Reiseberater gebuchten Reisen in den USA bis 2026 ein Volumen von 141,3 Milliarden US-Dollar erreichen, was 26 Prozent des gesamten Reisemarktes entspricht. Für diese Kunden sind Reiseberater nicht nur Buchungshelfer, sondern bieten Schutz für ihre Investition in Zeit und Geld.
Auf der Branchenkonferenz Phocuswright Europe in Barcelona wurde die Zukunft der Reisevermittlung diskutiert. Die Experten betonten, dass Vermittler weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Allerdings wandelt sich die klassische Vermittlung, die sich nur auf Produktsuche beschränkt, hin zu einer beratenden Funktion, die Vertrauen schafft, Inhalte kuratiert und bei Problemen Unterstützung bietet. In einer Welt mit unzähligen Buchungsplattformen und Angeboten hilft der Reiseberater, verlässliche Optionen herauszufiltern und auf individuelle Wünsche einzugehen.
Auch Verbraucher in Spanien setzen weiterhin auf Reisebüros. Das jüngste Ávoris Travel Insights Report zeigt, dass trotz wachsender Nutzung von KI-Tools die Agenturen als vertrauenswürdige Quelle gelten. Die persönliche Beratung bleibt für viele Reisende entscheidend, vor allem wenn es um Sicherheit, individuelle Anpassungen und die Absicherung bei unerwarteten Ereignissen geht.
Für deutsche, österreichische und schweizerische Urlauber und Auswanderer in Spanien bedeutet dies: Wer eine komplexere Reise plant oder Wert auf maßgeschneiderte Betreuung legt, findet in Reisebüros und erfahrenen Beratern weiterhin eine verlässliche Anlaufstelle. Die Kombination aus menschlicher Expertise und moderner Technik macht die Reiseplanung effizienter und sicherer. Gerade in beliebten Regionen wie Madrid und Barcelona profitieren Reisende von dieser Entwicklung, da hier das Angebot an spezialisierten Agenten besonders stark wächst. Die Reisebranche in Spanien zeigt sich also anpassungsfähig und kundenorientiert – trotz und mit KI.
Quelle: hosteltur.com
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