Der Bürgermeister von Barcelona, Jaume Collboni, hat ein ambitioniertes Ziel ausgegeben: Er strebt an, die Zahl der Kreuzfahrtschiffe, die die Stadt anlaufen, bis auf Null zu reduzieren. In einem Interview mit Betevé äußerte er den Wunsch, die derzeitige Gebühr für Kreuzfahrtpassagiere, die aktuell bei acht Euro liegt, deutlich zu erhöhen. Diese Maßnahme soll bereits im kommenden Jahr umgesetzt werden, statt wie ursprünglich geplant in vier Jahren.
Collboni argumentiert, dass die Einnahmen aus dieser erhöhten Gebühr dazu verwendet werden sollen, die von den Kreuzfahrtbesuchern in Anspruch genommenen städtischen Ressourcen zu finanzieren. Gleichzeitig möchte er durch eine höhere Besteuerung wirtschaftliche Anreize schaffen, um diese Art des Tourismus zu verringern. Der Bürgermeister betont, dass der Kreuzfahrttourismus in der Stadt einen intensiven Raumnutzungsdruck ausübt, jedoch nur begrenzte wirtschaftliche Vorteile mit sich bringt.
Mit diesem Vorstoß möchte Collboni ein Modell für hochwertigen Tourismus in Barcelona etablieren. Er weist darauf hin, dass die Erhöhung der Tourismussteuer nicht die Wettbewerbsfähigkeit der Stadt beeinträchtigen würde. „Wir müssen das Gleichgewicht halten. Entscheidungen zu treffen bedeutet, dieses Gleichgewicht zu wahren“, so der Bürgermeister.
Neben der Reduzierung des Kreuzfahrttourismus fordert Collboni auch Maßnahmen gegen touristische Mietwohnungen. Er bezeichnet die Abschaffung dieser Unterkünfte als „sehr rigoros“, jedoch im Einklang mit dem rechtlichen Rahmen. Zudem hebt er hervor, dass die Einführung von Mietobergrenzen zur Stabilisierung der Mietpreise beigetragen hat.
Das Thema Wohnraum bleibt für die Stadt ein zentrales Problem. Collboni betont, dass es keine einfache Lösung dafür gibt. Um die Wohnungsnot zu bekämpfen, plant die Stadtverwaltung, bis 2027 jährlich 1.000 neue Wohnungen zu bauen. Diese Zahl könnte sogar übertroffen werden, hofft der Bürgermeister.
Die angestrebten Veränderungen könnten sowohl für Einheimische als auch für Touristen weitreichende Auswirkungen haben. Während die Erhöhung der Gebühren für Kreuzfahrtpassagiere möglicherweise zu einem Rückgang der Besucherzahlen führen könnte, könnten die Maßnahmen gegen touristische Mietwohnungen den Wohnungsmarkt entlasten und zu mehr Wohnraum für die Bevölkerung führen.
Quelle: elperiodico.cat
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