In Katalonien häufen sich die gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen kriminellen Banden. Der Kommissar der Mossos d’Esquadra, Ramón Chacón, bestätigte anlässlich des Tages der Polizei, dass trotz eines Rückgangs der organisierten Kriminalität die Zahl der gewaltsamen Übergriffe, insbesondere durch Schusswaffen, ansteigt. Diese brutalen Verbrechen, oft mit einem tödlichen Ausgang, geschehen zunehmend in der Öffentlichkeit und erschüttern die Sicherheit der Bürger.
Der jüngste Vorfall ereignete sich am vergangenen Samstagabend in der Calle Mineria im Stadtteil Marina, unweit des belebten Paseo de la Zona Franca. Ein 43-jähriger Mann, der bereits wegen Drogenhandels polizeilich bekannt war, wurde vor den Augen zahlreicher Passanten erschossen. Der Täter näherte sich ihm und entleerte nahezu sein gesamtes Magazin in Richtung des Opfers, das trotz sofortiger Reanimationsversuche eines Polizeibeamten noch am Tatort verstarb. Zeugen berichteten von Schüssen, die wie Feuerwerkskörper klangen, bis sie das Blut auf dem Boden entdeckten.
Laut Chacón ist dieser Vorfall Teil eines besorgniserregenden Trends. Kataloniens Straßen verwandeln sich zunehmend in Schauplätze brutaler Konflikte zwischen internationalen Banden. Diese Auseinandersetzungen, die häufig aus Drogenhandel und territorialen Streitigkeiten resultieren, sind nicht mehr nur auf lokale Gruppen beschränkt. Chacón verwies auf die globalisierte Natur dieser Konflikte, die Katalonien auch von ausländischen Banden wie den Serben, Türken und Franzosen erreichen.
Die serbische Mafia führt derzeit die Liste der gewalttätigen Konflikte an, mit über 60 bestätigten Morden in den letzten Jahren. Diese Eskalation erinnert an frühere Konflikte zwischen dominikanischen Banden, die zwischen 2016 und 2017 in Katalonien stattfanden und mit einem tödlichen Vorfall begannen. Eine umfangreiche Ermittlung der Mossos d’Esquadra führte zu Verhaftungen und Verurteilungen, die zumindest vorübergehend für eine Beruhigung sorgten.
Die Mossos d’Esquadra haben in den letzten Jahren mehrere erfolgreiche Operationen durchgeführt, um kriminelle Strukturen zu zerschlagen. Die Operation Tracia führte zur Verhaftung von Mitgliedern der türkischen Mafia und zur Sicherstellung von Waffen. Auch die serbische Mafia wurde durch gezielte Maßnahmen in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt. Dennoch bleibt die Herausforderung bestehen. Chacón warnte, dass die Rekrutierung von Jugendlichen durch kriminelle Banden in Schulen ein weitreichendes Problem darstellt, das die Gesellschaft alarmieren sollte.
Die Zunahme von Schusswaffengewalt hat direkte Auswirkungen auf die Sicherheit der Bevölkerung. Urlauber und Einwohner auf den Kanarischen Inseln, die häufig in Katalonien verweilen, sollten sich dieser Problematik bewusst sein. Die Polizei betont, dass jeder Einzelne wachsam sein und potenzielle Gefahren erkennen sollte. Die Entwicklungen in Katalonien werfen Fragen über die Sicherheit und den Schutz der Bürger auf, während die Behörden weiterhin versuchen, der Gewalt Herr zu werden.
Quelle: lavanguardia.com
Zum Original