Benidorm, die beliebte Küstenstadt an der Costa Blanca, hat sich in den letzten Jahren verstärkt dem Thema Nachhaltigkeit verschrieben. Mit über 80.000 Gästebetten und jährlich 15,7 Millionen Übernachtungen ist der Ort bekannt für seine lebendige Atmosphäre, die sich aus einer Mischung von Familienurlaubern, jungen Partygängern und älteren Reisenden zusammensetzt. Doch unter dem Beton der Hochhäuser, die Benidorm den Spitznamen „Manhattan am Mittelmeer“ eingebracht haben, verbirgt sich eine Geschichte des Wandels.
Die Stadt, die einst als Fischerdorf begann, hat in den letzten Jahrzehnten einen dramatischen Wandel durchlebt. In den 1960er Jahren wurde sie zum Touristenmagneten, der sowohl wohlhabende als auch weniger begüterte Besucher anzog. Antonio Sánchez von der Touristeninformation betont die architektonische Ausrichtung auf vertikale Bauweise, die bis heute das Stadtbild prägt. Trotz dieser massiven Bebauung hat Benidorm sich nun das Ziel gesetzt, als nachhaltiges Reiseziel wahrgenommen zu werden. Dies wurde durch die Auszeichnung als „Europäischer Grüner Pionier für Smart Tourism“ durch die Europäische Kommission bekräftigt.
Ein bemerkenswerter Teil dieser Strategie ist die Förderung des Radverkehrs. Das Radwegenetz wurde auf beeindruckende 134 Kilometer erweitert, und nicht ansässiger Verkehr wurde aus dem neu gestalteten Stadtzentrum verbannt. Dies führt zu einer spürbaren Verringerung der Lärmbelästigung, wie Jorge Ferrándiz Roche von der Hotel- und Tourismusvereinigung berichtet. Die Bewohner und Besucher nutzen zunehmend Fahrräder, um sich in der Stadt fortzubewegen.
Ein weiteres Beispiel für den nachhaltigen Ansatz ist die Nutzung von Solarenergie. Bereits seit der Jahrtausendwende sind große Solarpanels auf den Dächern der Hotels installiert. „Viele fragen nach Photovoltaik, aber das ist für uns nichts Neues“, erklärt Ferrándiz. Zukünftig sollen zwei neue Wohnhochhäuser mit vertikalen Solarpanels ausgestattet werden, was die umweltfreundlichen Bestrebungen der Stadt weiter vorantreibt.
Wasser stellt eine große Herausforderung für Benidorm dar, insbesondere während der Sommermonate, wenn die Bevölkerung von 75.000 auf über 450.000 ansteigt. Um diesem Problem zu begegnen, hat die Stadt begonnen, 36 Prozent des aufbereiteten Abwassers für die Bewässerung von Grünflächen und die Straßenreinigung zu verwenden. Das Ziel ist es, diesen Anteil auf 50 Prozent zu erhöhen, wie Nuria Pastor Roca von der Wasserbehörde erklärt.
Auch im Meer selbst gibt es Fortschritte: Rund einen Kilometer von den Hauptstränden entfernt überwachen „smarte Bojen“ die Wasserqualität. Diese Sensoren ermöglichen es der Stadt, schnell auf mögliche Verschmutzungen zu reagieren. Trotz der hohen Besucherzahlen in der Hauptsaison bleibt die Wasserqualität bisher erfreulich. Benidorm setzt auf barrierefreie Strände und hat die Beleuchtung auf umweltfreundliche LED-Technik umgestellt.
Trotz dieser nachhaltigen Initiativen bleibt Benidorm ein beliebtes Urlaubsziel, das vor allem von britischen, skandinavischen und zentral- sowie südeuropäischen Touristen frequentiert wird. Die Stadt ist bestrebt, ihre Attraktivität zu bewahren, während sie gleichzeitig umweltfreundliche Maßnahmen umsetzt. Benidorm bleibt also ein Ort, an dem die klare Luft, das blaue Wasser und die langen Strände weiterhin viele Besucher anziehen werden.
Quelle: surinenglish.com
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