Der Camping-Sektor in Spanien zeigt Anzeichen einer Stabilisierung nach dem pandemiebedingten Boom. Laut dem Nationalen Statistikinstitut (INE) stieg die Anzahl der Campingplätze im Jahr 2025 auf 862 Einrichtungen, die insgesamt 517.200 Stellplätze bieten. Nach einem Anstieg der Übernachtungen um 5,7 % im Jahr 2023 und 4,3 % im Jahr 2024 verzeichnete der Sektor 2025 jedoch nur noch ein moderates Wachstum von 1,35 %. Dies entspricht 49,75 Millionen Übernachtungen, wobei die durchschnittliche Aufenthaltsdauer bei 4,7 Tagen liegt und die Auslastung der Stellplätze bei 45,8 % liegt.
Die Saisonalität des Campingtourismus ist stark ausgeprägt. Im Jahr 2025 konzentrierten sich 64 % der Übernachtungen auf nur vier Monate, was die Abhängigkeit von Wetterbedingungen unterstreicht. Besonders in den Sommermonaten von Juni bis September wird ein Großteil der Übernachtungen verzeichnet. Die Region Katalonien führt mit 21,19 Millionen Übernachtungen, gefolgt von der Gemeinschaft Valencia mit 9,68 Millionen und Andalusien mit 6,42 Millionen Übernachtungen. In Navarra machen ausländische Reisende fast 15 % der Übernachtungen aus, während in Aragonien dieser Anteil auf 31 % und im Baskenland sogar auf 53 % steigt.
Die Daten zeigen, dass 53 % der Campingübernachtungen von nationalen Reisenden stammen. Ein Bericht der Spanischen Campingföderation (FEEC) hebt hervor, dass die durchschnittlichen Preise in der Hochsaison nur um 2 % und in der Nebensaison um 5 % gestiegen sind. Diese moderate Preiserhöhung steht im Kontrast zu den historischen Höchstständen der Belegungszahlen, die 2025 erreicht wurden. Die Expansion des Camping-Sektors wird jedoch durch strenge städtebauliche Vorschriften und komplexe regulatorische Anforderungen eingeschränkt, die je nach Autonomen Gemeinschaften variieren.
Sergio Chocarro, Geschäftsführer der FEEC, betont, dass eine Beschleunigung der Genehmigungsprozesse zur Eröffnung oder Erweiterung von Campingplätzen das Potenzial für eine signifikante Steigerung der Stellplätze und eine positive wirtschaftliche Wirkung auf die Reiseziele erhöhen könnte. Trotz der Herausforderungen bleibt der Sektor attraktiv für Investoren und neue Betreiber, was auf ein stabilisiertes und nachhaltiges Wachstum hindeutet. Insbesondere im Mittelmeerraum übersteigt die Nachfrage das aktuelle Angebot erheblich.
Der Bericht der FEEC weist zudem auf ein starkes Wachstumspotenzial im nördlichen Spanien hin, wo die Besucherzahlen in den letzten fünf Jahren um bis zu 36 % gestiegen sind. Die Stabilität und Attraktivität des Sektors, kombiniert mit einem Gleichgewicht zwischen steigender Nachfrage und moderaten Preisen, lässt auf eine nachhaltige Expansion in den kommenden Jahren schließen. In Katalonien, wo die meisten Übernachtungen stattfinden, hat die Föderation katalanischer Campingplätze (FCC) kürzlich ein Pilotprojekt zur Risikomanagement-Ausbildung für Campingplatzbetreiber und kommunale Verantwortliche vorgestellt. Diese Initiative zielt darauf ab, die Präventions- und Reaktionsfähigkeit in Notfällen zu verbessern, insbesondere angesichts der Herausforderungen des Klimawandels und neuer regulatorischer Anforderungen.
Quelle: hosteltur.com
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