Im kleinen Ort Dolores in Alicante hat sich ein tragischer Vorfall ereignet, der die Gemeinde in tiefe Trauer gestürzt hat. Die Autopsien der drei Leichen, darunter ein Guardia Civil, seine Frau und ihr Sohn, bestätigen, dass es sich um ein Verbrechen machistischen Ursprungs handelt. Nach Informationen, die am Dienstag veröffentlicht wurden, erschoss der 55-jährige Mariano zunächst seine 51-jährige Frau Marisol und den gemeinsamen 24-jährigen Sohn Alberto in getrennten Räumen, bevor er sich selbst das Leben nahm.
Die grausamen Taten fanden am vergangenen Samstag in der Wohnung des Guardia Civil statt. Die forensischen Untersuchungen wurden im Institut für Rechtsmedizin in Alicante durchgeführt. Die zuständige Staatsanwaltschaft, die zunächst den Fall bearbeitete, könnte sich bald an ein spezialisiertes Gericht für Gewalt gegen Frauen wenden.
Die Familie war seit 1996 in Dolores ansässig und genoss einen guten Ruf in der Gemeinde mit etwa 8.500 Einwohnern. Marisol, die als Busfahrerin und -betreuerin arbeitete, stammte ursprünglich von Ibiza, während ihr Ehemann aus Jaén kam. Ihr Sohn Alberto war in Dolores geboren und aufgewachsen und arbeitete zuletzt in einem Werkstattbetrieb in Catral. Nachbarn und Freunde beschreiben die Familie als zurückhaltend und unauffällig, ohne Hinweise auf familiäre Konflikte.
Die Nachricht von dem Verbrechen hat in der Gemeinde für Bestürzung und Trauer gesorgt. Am Dienstag, dem dritten Tag der offiziellen Trauer, wurden Plakate verteilt, die an den Tod von Mariano erinnerten. Diese kündigen eine Trauerfeier an, die im Tanatorio La Siempreviva in Alicante stattfinden soll. Die Beerdigung von Marisol und Alberto ist für Donnerstag geplant, was bei den Anwohnern auf Unmut stößt. Viele fordern, dass die Zeremonie in dem Ort durchgeführt wird, in dem Marisol die letzten 30 Jahre ihres Lebens verbracht hat.
Zusätzlich zu den Trauerfeiern wurde ein Aufruf zu einer Messe in Gedenken an Marisol und Alberto organisiert, die am Freitag in der Kirche Nuestra Señora de los Dolores stattfinden soll. Die Botschaft der Einladung betont die bleibenden Erinnerungen an die Verstorbenen und die Liebe, die sie in das Leben ihrer Mitmenschen gebracht haben.
Die Ermittlungen laufen weiter, und sollte das Verbrechen als machistisch eingestuft werden, wäre es bereits das 20. tödliche Opfer von Gewalt gegen Frauen in Spanien in diesem Jahr. Seit 2003 zählt man insgesamt 1.361 Frauen, die durch solche Taten ihr Leben verloren haben. Dieser Fall wirft erneut ein Schlaglicht auf die alarmierende Situation der Gewalt gegen Frauen in Spanien und fordert die Gesellschaft zum Handeln auf.
Quelle: diariodemallorca.es
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