Die Stadt Malaga hat eine bedeutende Investition in Höhe von einer Milliarde Euro verloren, die für den Bau einer Fabrik zur Herstellung von synthetischen Diamant-Wafern vorgesehen war. Der amerikanische Konzern Diamond Foundry, an dem auch Schauspieler Leonardo DiCaprio beteiligt ist, entschied sich stattdessen für Zaragoza in der Region Aragon. Der Hauptgrund für diese Entscheidung liegt in der unzureichenden Stromversorgung der Costa del Sol.
Im Februar kündigte der Präsident der regionalen Regierung von Aragon, Jorge Azcón, die Investition an und betonte, dass es sich um die größte Investition in Spaniens Chip-Industrie handelt. Die geplante Produktionsstätte wird etwa 300 Arbeitsplätze schaffen und soll die bestehende Fabrik in Trujillo (Cáceres) ergänzen. Diese Entscheidung stellt einen Rückschlag für Malaga dar, dessen Technologiestandort Interesse an dem Projekt hatte. Felipe Romera, Leiter des Technologischen Parks von Malaga (PTA), äußerte sich enttäuscht und erklärte, dass die Stadt aufgrund unzureichender elektrischer Infrastruktur diese wertvolle Chance verloren hat.
Laut Romera hatte Diamond Foundry konkrete Gespräche mit dem PTA geführt und benötigte zu Beginn fünf Megawatt Strom. Die Stadt konnte jedoch nur ein Megawatt anbieten, was zur Entscheidung für Zaragoza führte. „Die Energie ist das größte Problem, das wir momentan in Malaga haben. Es betrifft nicht nur den Park und die Industrien, die wir verlieren, sondern auch den Wohnungsbau, der trotz Bedarf nicht vorankommt. Die fehlende elektrische Kapazität hemmt die Entwicklung und den Fortschritt der Stadt“, betonte Romera.
Die offizielle Datenlage untermauert diese Einschätzung. Die öffentliche Energiegesellschaft Endesa hat seit Januar des letzten Jahres insgesamt 142 Projekte in der Provinz abgelehnt, weil die Netzkapazität nicht ausreicht, um die benötigte Energie zu liefern. Aktuell erhält jedes Unternehmen, das Projekte im PTA umsetzen möchte, maximal ein Megawatt, was auf eine Überlastung des Stromnetzes hinweist. Einzige Ausnahme war das Unternehmen IMEC, das eigene Lösungen zur Energieversorgung in seine Planung integriert hat.
Die Situation ist nicht nur für die Industrie, sondern auch für große Bauprojekte kritisch. Besonders das geplante Benbros-Megadatenzentrum, das 150 Megawatt benötigen würde und einen direkten Kostenaufwand von 1,2 Milliarden Euro mit sich bringt, steht auf der Kippe. Die regionale Regierung Andalusiens verhandelt derzeit mit Red Eléctrica, um die benötigte Stromversorgung für die kommenden Jahre zu verbessern. Die Entscheidung von Diamond Foundry, sich für Zaragoza zu entscheiden, wirft ein Licht auf die dringenden Herausforderungen, vor denen Malaga steht, um wettbewerbsfähig zu bleiben und zukünftige Investitionen zu sichern.
Quelle: surinenglish.com
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