In Spanien müssen Bars und Restaurants künftig eine Pfandgebühr für bestimmte Getränkeverpackungen erheben, sobald das nationale Rücknahmesystem für Getränkeverpackungen in Kraft tritt. Dieses neue System zielt darauf ab, die Rücklaufquote für Flaschen und Dosen zu erhöhen, die derzeit häufig im Abfall landen oder in öffentlichen Räumen entsorgt werden. Die Maßnahme betrifft vor allem Getränke, die vor Ort konsumiert werden, da hier die Handhabung der Verpackungen durch das Personal erfolgt und nicht durch die Kunden selbst.
Die Pfandgebühr wird separat vom Preis des Getränks ausgewiesen, sodass Kunden eine klare Übersicht über die Kosten erhalten. Betroffen sind unter anderem Flaschen von Erfrischungsgetränken, Bier und Dosen. Bars müssen ihre Preissysteme und Kassensysteme anpassen, um die korrekte Anwendung der Gebühr zu gewährleisten. Zudem ist eine Schulung des Personals vorgesehen, um eine einheitliche Handhabung zu garantieren.
Ein zentrales Problem des neuen Systems ist, dass die leeren Behälter in der Regel im Lokal verbleiben und somit nicht direkt von den Kunden zurückgegeben werden können. Dies könnte dazu führen, dass die Rückerstattung des Pfands für viele Gäste weniger greifbar ist, insbesondere im Vergleich zu Takeaway-Käufen. Die Einführung des Pfandsystems könnte auch das Kaufverhalten der Kunden beeinflussen, da einige möglicherweise auf Alternativen ohne Pfand zurückgreifen könnten.
Zusätzlich müssen die Gastronomiebetriebe ihre internen Abläufe anpassen, um die Rücknahme der Pfandbehälter zu organisieren. Dies umfasst die Lagerung und Vorbereitung der Flaschen und Dosen für die Rückgabe an autorisierte Sammelsysteme. Insbesondere in kleineren Betrieben könnte der Platz für die Lagerung der Pfandbehälter eine Herausforderung darstellen. Die Einführung des Systems wird somit nicht nur die Preisgestaltung, sondern auch die Betriebsabläufe in der Gastronomie grundlegend verändern.
Quelle: euroweeklynews.com
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