Trotz der geopolitischen Spannungen durch die aktuelle Lage im Iran hat der Reisekonzern TUI im ersten Halbjahr seines Geschäftsjahres eine positive Entwicklung verzeichnet. Der adjustierte operative Verlust betrug 111 Millionen Euro, was eine Verbesserung von 45 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Diese Zahlen zeigen, dass der Konflikt im Nahen Osten und die Auswirkungen des Hurrikans Melissa in Jamaika zwar spürbar waren, jedoch nicht die gesamte Unternehmensbilanz negativ beeinflussten.
Im zweiten Quartal meldete TUI einen adjustierten operativen Verlust von 188 Millionen Euro, was im Vergleich zu 206,8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum eine positive Tendenz aufzeigt. Die außergewöhnlichen Kosten beliefen sich auf 45 Millionen Euro, wobei 40 Millionen Euro direkt auf die Auswirkungen des Irankriegs zurückzuführen sind. Diese Entwicklungen verdeutlichen, dass die geopolitischen Krisen zwar Einfluss auf Buchungen, Kreuzfahrten und den operativen Betrieb hatten, jedoch TUI nicht daran hinderten, die Ergebnisse im Vergleich zum Vorjahr zu verbessern.
Spanien, insbesondere die Balearen und Kanaren, hat sich als eines der gefragtesten Sommerziele etabliert. TUI stellt fest, dass sich das Buchungsverhalten der Kunden verändert hat. Immer mehr Reisende entscheiden sich für Last-Minute-Buchungen und verlagern ihre Reisewünsche vom östlichen Mittelmeer hin zum westlichen Mittelmeer. Diese Verschiebung stärkt die Position Spaniens im Urlaubskatalog von TUI, während andere, geopolitisch angespannte Destinationen an Sichtbarkeit verlieren.
Besonders die Kreuzfahrtsparte von TUI hat einen erheblichen Teil des Drucks durch die Iran-Krise zu tragen. TUI schätzt den Einfluss des Konflikts auf diesen Bereich im zweiten Quartal auf 20 Millionen Euro. Dennoch erzielte das Kreuzfahrtgeschäft im selben Zeitraum einen adjustierten operativen Gewinn von 80,3 Millionen Euro und im gesamten Halbjahr von 163,5 Millionen Euro – ein Anstieg um 25,9 %. Der Bereich „Markets + Airline“, der die Touroperation und die Fluggesellschaft umfasst, berichtete ebenfalls von einem Verlust von 20 Millionen Euro aufgrund des Konflikts, konnte jedoch seine operativen Ergebnisse im Quartal um 7 % verbessern.
TUI hält an seinen revidierten Prognosen fest und erwartet, das Geschäftsjahr mit einem adjustierten operativen Ergebnis zwischen 1.100 und 1.400 Millionen Euro abzuschließen. Zuvor hatte das Unternehmen die Erwartungen aufgrund der Auswirkungen des Irankriegs nach unten korrigiert. Die positive Entwicklung im ersten Halbjahr gibt TUI jedoch einen gewissen Spielraum, um die Herausforderungen der zweiten Jahreshälfte zu bewältigen.
Quelle: hosteltur.com
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