Die Stadt Barcelona hat eine neue Strategie entwickelt, um gegen die illegalen Ferienwohnungen vorzugehen. Im Fokus stehen die sogenannten „Könige der geheimen Pensionen“, ein kriminelles Netzwerk, das in der Stadt für den größten Teil des illegalen Tourismusunterbringungsmarktes verantwortlich ist. Die Stadtverwaltung plant, die Verantwortlichen dieses Netzwerks strafrechtlich zu verfolgen und ihnen Haftstrafen aufzuerlegen.
Die Gruppe, die aus schwedisch-peruanischen Mitgliedern besteht, hat sich darauf spezialisiert, große Wohnungen zu mieten, diese in mehrere Zimmer zu unterteilen und sie dann über Plattformen wie Airbnb weiterzuvermieten. Laut städtischen Inspektoren kontrolliert die Gruppe derzeit mindestens 66 Immobilien, vor allem in den Stadtteilen Ciutat Vella und Eixample. In den letzten 15 Jahren soll die Gruppe sogar über 220 Wohnungen betrieben haben, was auf ein äußerst lukratives Geschäft hindeutet.
Die städtischen Behörden haben in den letzten Jahren zahlreiche Bußgelder gegen die Betreiber verhängt, doch diese Maßnahmen schreckten die Gruppe nicht ab. Inspektoren berichten, dass die Verantwortlichen äußerst geschickt vorgehen. Sie nutzen Strohmänner, um die Wohnungen zu mieten und die Zahlungen über Firmen zu kanalisieren. So können sie die Identität der eigentlichen Betreiber verschleiern und die rechtlichen Konsequenzen minimieren.
Ein besonders aufschlussreicher Fall ist die Wohnung in der Calle Canuda im Stadtteil Gòtic, die die Gruppe seit 2017 nutzt. Diese Immobilie wurde zunächst als Ganzes gemietet und dann in mehrere Zimmer aufgeteilt. Trotz wiederholter Beschwerden des Eigentümers setzte die Gruppe ihre Aktivitäten fort. Der Eigentümer musste letztlich 9.000 Euro für Rechtsanwälte und Ermittler ausgeben, um seine Wohnung zurückzuerhalten, nachdem er über 4.000 Euro an Miete verloren hatte.
Die Inspektoren schätzen, dass die Einnahmen der Gruppe aus diesen illegalen Aktivitäten in den nächsten Jahren bis zu zehn Millionen Euro betragen könnten. Sie haben bereits 190 Verfahren gegen Mitglieder des Netzwerks eingeleitet, mit Bußgeldern in Höhe von über sieben Millionen Euro. Dennoch bleibt die Frage, wo das Geld bleibt, da viele der Beschuldigten keine verwertbaren Vermögenswerte aufweisen können. Hinweise deuten darauf hin, dass ein Teil des Geldes möglicherweise in Lettland versteckt ist.
Die Stadtverwaltung von Barcelona hat sich entschlossen, den Kampf gegen diese illegalen Praktiken zu intensivieren. Die strafrechtlichen Maßnahmen könnten nicht nur zur Verhaftung der führenden Köpfe des Netzwerks führen, sondern auch dazu, die illegalen Ferienwohnungen aus dem Stadtbild zu verbannen. Dies könnte für die Anwohner und die legale Tourismusbranche von großer Bedeutung sein, da die illegalen Unterkünfte häufig zu einer Überlastung der Infrastruktur und zu Konflikten mit den Anwohnern führen. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, ob Barcelona in der Lage ist, die Kontrolle über den Wohnungsmarkt zurückzugewinnen und die illegalen Praktiken zu beenden.
Quelle: lavanguardia.com
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