Die Sicherheitslage in Barcelona hat jüngst die Aufmerksamkeit des Partido Popular (PP) auf sich gezogen. Daniel Sirera, der Vorsitzende der PP-Fraktion im Stadtrat, forderte in einer Pressekonferenz auf der Plaça Catalunya die Einstellung von 3.000 neuen Polizisten der Mossos d’Esquadra sowie 1.000 zusätzlichen Kräften der Guardia Urbana. Dies sei notwendig, um der besorgniserregenden Zunahme von Kriminalität in der Stadt entgegenzuwirken. Laut Sirera hat Barcelona in den letzten Jahren unter einer alarmierenden Zunahme von Straftaten gelitten, die die Stadt zur „unsichersten in Spanien“ gemacht haben.
In seiner Ansprache kritisierte Sirera die langjährige Vernachlässigung durch verschiedene linke Regierungen, die sowohl die Generalitat als auch das Rathaus geleitet haben. Besonders besorgniserregend sei der Anstieg der Taschendiebstähle und der Aktivitäten von Jugendbanden, die in den letzten Monaten verstärkt in Erscheinung traten. Sirera und Esther Muñoz, die PP-Sprecherin im spanischen Parlament, informierten sich über die Sorgen von Bürgern und Sicherheitskräften, die im öffentlichen Nahverkehr tätig sind.
Die Situation im U-Bahn-System von Barcelona ist besonders prekär. Im Jahr 2025 wurden dort bereits 10.498 Straftaten registriert. Sirera warf dem Bürgermeister Jaume Collboni vor, die Realität der Sicherheitslage zu verharmlosen und „Triumphgeschichten“ zu verkaufen, während die Gewalt und die Präsenz von organisierten Jugendbanden zunehmen.
Die Sicherheitskräfte im öffentlichen Verkehr, insbesondere die Sicherheitsmitarbeiter der U-Bahn, klagen über ihre gefährliche Lage. Mit mehr als 100 Aggressionen pro Jahr stehen sie unter immensem Druck und fühlen sich von der Verwaltung im Stich gelassen. „Die Sicherheitsmitarbeiter haben nicht genügend Ressourcen, patrouillieren allein und werden nicht als Autoritätspersonen anerkannt“, betonte Sirera.
Eine weitere Herausforderung ist die Gesetzgebung zur Mehrfachkriminalität, die erst kürzlich im Kongress verabschiedet wurde. Sirera argumentierte, dass die Umsetzung dieser Gesetzgebung um zwei Jahre verzögert wurde und dadurch die Zahl der rückfälligen Straftäter in der Stadt gestiegen sei. Im Jahr 2022 wurden in Barcelona 9.200 Straftaten von 450 rückfälligen Tätern begangen, was die Dringlichkeit seiner Forderungen untermauert.
Sirera kündigte an, dass er als zukünftiger Bürgermeister dafür sorgen würde, dass die Polizeikräfte, die derzeit für die Überwachung von Flughäfen und Häfen zuständig sind, auch für die Sicherheit auf den Straßen Barcelonas eingesetzt werden. „Die nationale Polizei und die Guardia Civil müssen ihre Aufgaben in den Häfen und Flughäfen weiterhin effektiv erfüllen, während gleichzeitig die Sicherheit in den Straßen verbessert wird“, sagte er.
Die Kampagne „Calles Seguras“ des PP zielt darauf ab, das Sicherheitsbewusstsein in der Stadt zu schärfen und die Bürger zur Mitwirkung zu bewegen. Angesichts der aktuellen Herausforderungen steht die Frage im Raum, wie die Stadtverwaltung auf die steigende Kriminalität reagieren wird und welche Maßnahmen ergriffen werden, um das Sicherheitsgefühl der Bürger zu stärken.
Quelle: lavanguardia.com
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