Barcelona: Über 70 Obdachlose leben in Zelten an der Avenida del Litoral – Leben (Obdachloser)

Barcelona: Über 70 Obdachlose leben in Zelten an der Avenida del Litoral

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Geschrieben von Thomas John Spanien Nachrichten Redaktion

12 Juni, 2026

In Barcelona haben sich mehr als 70 Menschen in Zelten an der Avenida del Litoral nahe der Plaza de los Campions niedergelassen. Die meisten von ihnen sind junge Männer aus Senegal, Gambia, Algerien und Marokko, die oft erst vor kurzem in die Stadt gekommen sind und auf der Straße leben. Die Zelte stehen in den Grünanlagen zwischen den Plazas de los Campions und de Cobi sowie in der Nähe des Parks Carles I. Einige der Bewohner wurden zuvor von anderen Orten vertrieben und suchen hier eine neue Unterkunft.

Fati, ein 28-jähriger Gambier, der vor rund 15 Monaten nach Barcelona gekommen ist, gehört zu den Menschen, die in diesem provisorischen Lager leben. Mit Unterstützung von Freiwilligen einer sozialen Einrichtung hat er die nötigen Unterlagen eingereicht, um an einem außergewöhnlichen Regularisierungsverfahren teilzunehmen. Dieses Verfahren soll den Betroffenen ermöglichen, legal zu arbeiten und so aus der prekären Lebenssituation herauszukommen. Fati verbringt seine Zeit mit Zeichnen und Gesprächen, während er auf die Entscheidung wartet. Er ist nicht allein: Auch andere Bewohner hoffen auf eine positive Antwort, um ihre Lage zu verbessern.

Die Lebensbedingungen in dem Zeltlager sind schwierig. Die Bewohner haben ihre Zelte zwischen Büschen und Blumenvasen errichtet, die sie als kleinen Versuch sehen, dem Ort einen Hauch von Zuhause zu geben. Einkaufswagen werden als Transportmittel genutzt, Müllbehälter und Waschschüsseln dienen der Grundversorgung. Kleidung wird an improvisierten Leinen getrocknet. Einige Zelte werden tagsüber abgebaut, um nachts wieder aufgebaut zu werden, was auf die Unsicherheit und das Bedürfnis nach Schutz hinweist.

Neben den jungen Männern aus Afrika leben auch Menschen aus Barcelona ohne festen Wohnsitz in diesem Gebiet. Sandra, eine 51-jährige Frau, schildert ihre Situation offen. Aufgrund einer früheren Sucht und psychischer Probleme verlor sie ihre Arbeit und lebt nun mit ihrem Partner in einem Zelt nahe der Plaza de Cobi. Sie hatte bereits in einer Unterkunft für obdachlose Frauen gelebt, teilt sich jetzt aber ein Zelt mit ihrem Partner. Sandra sucht regelmäßig professionelle Hilfe und hofft, im September in eine soziale Unterkunft umziehen zu können. Trotz der widrigen Umstände versucht sie, das Beste aus ihrer Lage zu machen.

Die Stadt Barcelona registrierte im Mai insgesamt 148 Personen, die im Freien zwischen dem Park Carles I und dem Fórum im Stadtteil Sant Martí schliefen. Diese Zahl umfasst auch die Strände in diesem Bereich. Die meisten Betroffenen sind Ausländer, die neu in der Stadt sind oder bereits länger auf der Straße leben. Die örtlichen Sozialdienste haben den Küstenbereich von Sant Martí als einen Schwerpunkt für ihre Arbeit identifiziert. Dort werden 18 Personen regelmäßig betreut, während andere an städtische Einrichtungen wie den SAIER weitergeleitet werden, der sich an Migranten und Asylsuchende richtet.

Die zunehmende Anzahl obdachloser Menschen in Barcelona stellt die Stadt vor große Herausforderungen. Die soziale Infrastruktur versucht, mit verschiedenen Programmen und Notunterkünften auf die Bedürfnisse der Betroffenen zu reagieren. Gleichzeitig kämpfen viele der Betroffenen mit bürokratischen Hürden, um eine Aufenthaltsgenehmigung und Arbeitserlaubnis zu erhalten. Für deutschsprachige Reisende und Auswanderer in Barcelona zeigt sich hier eine soziale Problematik, die das Stadtbild prägt, besonders in den Vierteln nahe des Meeres und der Innenstadt. Wer in der Region unterwegs ist, trifft auf diese Realität, die weit entfernt von touristischen Glanzpunkten liegt und Aufmerksamkeit erfordert.

Die Situation an der Avenida del Litoral verdeutlicht die komplexen Zusammenhänge von Migration, sozialer Ausgrenzung und Wohnungslosigkeit. Die Stadtverwaltung arbeitet an kurzfristigen Lösungen, doch langfristige Strategien sind notwendig, um den Betroffenen eine Perspektive zu bieten. Für Menschen wie Fati und Sandra bleibt die Hoffnung auf ein Leben abseits der Straße und eine Integration in die Gesellschaft. Bis dahin prägen die Zelte an der Küste Barcelonas das Bild einer Stadt, die mit den Folgen sozialer Not kämpft.

Quelle: lavanguardia.com
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Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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