Barcelona erlebt eine alarmierende Welle von Gewalt: Innerhalb von nur drei Wochen wurden in der katalanischen Hauptstadt drei Männer durch Schüsse getötet. Der aktuellste Fall ereignete sich vor der Polizeiwache an der Calle Balmes. Ein Mann fiel dort einem gezielten Schuss zum Opfer, wie Überwachungskameras dokumentierten. Dieser Mord ist der dritte dieser Art in kurzer Zeit und verdeutlicht die zunehmende Brutalität im kriminellen Milieu Barcelonas.
Der Vorfall an der Calle Balmes reiht sich ein in eine Serie von tödlichen Schusswaffenangriffen, die die Stadt erschüttern. Bereits am vergangenen Sonntag wurde ein Mann in der Calle de la Minería im Industriegebiet Zona Franca ermordet. Auch dieser Fall steht im Verdacht, Teil einer eskalierenden Auseinandersetzung zwischen rivalisierenden kriminellen Gruppen zu sein. Der erste Mord dieser Serie fand Mitte Mai an derselben Straße statt. Im April gab es zudem einen weiteren tödlichen Schusswaffenangriff im Stadtteil Poblenou, bei dem Krsto Vujic, ein 44-jähriger Serbe, tödlich getroffen wurde, während er mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter auf einer Terrasse saß. Vujic starb später im Hospital del Mar, nachdem er zunächst in kritischem Zustand eingeliefert worden war.
Die Polizei macht für diese Gewaltserie zwei montenegrinische Organisationen verantwortlich: die Clans Kavac und Skaljari. Diese sind tief in den Kokainhandel, Geldwäsche, Erpressung und weitere kriminelle Aktivitäten verstrickt. Innerhalb von elf Monaten sollen diese Gruppierungen mindestens drei Morde und zwei versuchte Tötungen in Katalonien verübt haben. Die jüngsten Morde sind Teil eines brutalen Konflikts zwischen den beiden Clans, der sich auch auf das Gebiet um Barcelona ausweitet.
Im Juli des Vorjahres wurde Filip Knezevic in einem Hausflur an der Calle Consell de Cent erschossen. Kurz darauf gab es einen Mordversuch an Predrag Vujosevic, der in der Calle Urgell angeschossen wurde. Weitere Opfer sind Millan Milic, erschossen in Castelldefels, und Krsto Vujic. Ein weiterer Schusswaffenangriff im Mai in Lloret de Mar führte zu Verletzungen, wobei auch dieser Vorfall mit den montenegrinischen Clans in Verbindung gebracht wird.
Diese Tätergruppen haben sich offenbar in Katalonien niedergelassen, um sich vor Rivalen zu verstecken, der Justiz zu entgehen oder neue illegale Geschäfte aufzubauen. Die Gewalt hat sich nicht nur auf Barcelona beschränkt. So wurde im Stadtteil Sant Roc in Badalona bei einem Schusswechsel ein kleines Mädchen verletzt, als eine Kugel von einer Wand abprallte. Die zunehmende Waffengewalt sorgt bei den Behörden für große Besorgnis.
Insgesamt wurden in Katalonien in diesem Jahr bereits sechs Männer durch Schusswaffen getötet. Die Polizei intensiviert ihre Ermittlungen, um die Verbindungen zwischen den Clans aufzudecken und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Für deutschsprachige Bewohner und Urlauber in Barcelona und Umgebung bedeutet diese Entwicklung eine erhöhte Aufmerksamkeit in bestimmten Vierteln, die als Brennpunkte gelten. Die Behörden raten, Menschenmengen und Konfliktzonen in der Stadt zu meiden und auf aktuelle Sicherheitshinweise zu achten.
Die Serie von Morden verdeutlicht die Herausforderungen, die die spanischen Sicherheitskräfte im Kampf gegen organisierte Kriminalität in Katalonien bewältigen müssen. Die eskalierende Gewalt zwischen den montenegrinischen Clans stellt nicht nur eine Bedrohung für die öffentliche Sicherheit dar, sondern beeinflusst auch das Sicherheitsgefühl in der Metropolregion Barcelona nachhaltig.
Quelle: lavanguardia.com
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