Europa präsentiert sich in der aktuellen wirtschaftlichen Unsicherheit als stabiler Akteur im Tourismussektor. Laut Dave Goodger, dem Geschäftsführer von Tourism Economics für die Region EMEA, wird der Kontinent auch unter ungünstigen Bedingungen, wie steigenden Energiepreisen und einer globalen Verlangsamung, widerstandsfähig bleiben. Diese Einschätzung wurde während des MarketHub Europe des HBX Group in Malta geäußert. Trotz einer Senkung der globalen Wachstumsprognose von 8 % auf 6 % bleibt der europäische Tourismussektor optimistisch.
Ein wesentlicher Faktor für diese Resilienz ist die hohe Nachfrage nach Reisen innerhalb Europas. Goodger betont, dass etwa 80 % des Wachstums im europäischen Tourismus von Reisen innerhalb der Region stammen. Dies sorgt für eine stabilere Nachfrage, während der Inlands- und Kurzstreckenreiseverkehr zusätzliche Sicherheit bietet. Auch der heimische Tourismus wird als Puffer betrachtet, da er in Krisenzeiten weniger stark zurückgehen dürfte als der internationale Reiseverkehr.
Die steigenden Kosten, insbesondere durch den Anstieg des Rohölpreises über 100 Dollar pro Barrel, belasten jedoch die Luftfahrtbranche. Die Fluggesellschaften müssen mit einer Erhöhung der Ticketpreise um 5 % bis 10 % rechnen, was die Erholung des Sektors verlangsamen könnte. Dennoch wird erwartet, dass die Nachfrage bestehen bleibt, solange sich die geopolitische Lage nicht gravierend verschlechtert.
Zusätzlich gibt es Hinweise auf eine zunehmende Regionalisierung der Reisedynamik, mit Deutschland und dem Vereinigten Königreich als Hauptquellen für Reisende. Die mediterranen Destinationen, insbesondere Spanien, könnten von einem Anstieg der internationalen Ankünfte um bis zu 10 % profitieren. Die Suche nach neuen, erschwinglichen Erlebnissen treibt diese Verschiebungen voran, während gleichzeitig die Herausforderungen durch Kosten, Überfüllung und geopolitische Faktoren bestehen bleiben.
Quelle: hosteltur tourismus
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