Die katalanische Regierung wird im Mai ein Dekret erlassen, das die städtebaulichen Vorschriften an die Gegebenheiten ländlicher Gemeinden anpassen soll. Dies gab die Ministerin für Territorium, Sílvia Paneque, nach einem Treffen mit Vertretern kommunaler Organisationen bekannt. Die Reform ist eine Reaktion auf die Forderungen von rund 70 Bürgermeistern ländlicher Gemeinden, die eine Anpassung der Gesetze zur Bekämpfung der Abwanderung und zur Verbesserung des Zugangs zu Wohnraum fordern. Paneque betonte, dass es nicht gerechtfertigt sei, von kleinen Gemeinden mit 2.000 Einwohnern die gleichen Planungsanforderungen zu verlangen wie von großen Städten in der Metropolregion Barcelona.
Das neue Gesetz sieht vor, dass für kleinere Gemeinden ein vereinfachtes Verfahren zur Erstellung von städtebaulichen Plänen eingeführt wird. Während Gemeinden mit über 2.000 Einwohnern das bestehende System beibehalten, können kleinere Gemeinden einen neuen, weniger bürokratischen Plan, den sogenannten POUM rural, beantragen. Diese Maßnahme soll insbesondere die Anforderungen an Umweltgutachten und Genehmigungen erleichtern. Dies ist besonders relevant für deutschsprachige Einwohner und Auswanderer, die in ländlichen Gebieten Kataloniens eine Immobilie erwerben oder renovieren möchten. Die bürokratischen Hürden, die oft bei der Renovierung oder dem Bau von Wohnraum bestehen, könnten durch diese Reform erheblich gesenkt werden.
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Reform ist die Flexibilisierung der städtebaulichen Standards, um die Renovierung von Wohnraum im ländlichen Raum zu fördern. Viele deutsche Urlauber oder Auswanderer, die ein Haus in ländlichen Regionen kaufen, haben oft mit den strengen Vorschriften zu kämpfen, die die Nutzung von leerstehenden Bauernhäusern und ländlichen Immobilien einschränken. Mit der neuen Regelung können diese Immobilien möglicherweise leichter in bewohnbare Räumlichkeiten umgewandelt werden. Paneque erklärte, dass die Maßnahmen dazu beitragen sollen, den Zugang zu Wohnraum zu erleichtern und die wirtschaftliche Aktivität in ländlichen Gebieten zu fördern, um die demografischen Herausforderungen der Region anzugehen.
Für viele deutschsprachige Menschen in Spanien, die entweder dort leben oder regelmäßig Urlaub machen, könnte diese Reform eine neue Perspektive auf den Immobilienmarkt in Katalonien eröffnen. Die Möglichkeit, in ländlichen Gebieten zu wohnen und dort aktiv zu leben, wird durch die Vereinfachung der Vorschriften attraktiver. Viele Auswanderer suchen nach einem ruhigeren Lebensstil, fernab der Hektik der Großstädte. Die Reform könnte dazu beitragen, dass mehr Menschen in diese ländlichen Gemeinden ziehen, was nicht nur demografische Probleme löst, sondern auch die lokale Wirtschaft ankurbeln kann.
Die katalanische Regierung hat erkannt, dass die Abwanderung aus ländlichen Gebieten ein ernsthaftes Problem darstellt. Durch die Schaffung von Wohnraum und die Förderung der wirtschaftlichen Aktivität soll die Attraktivität dieser Regionen gesteigert werden. Dies ist eine positive Entwicklung für alle, die an einem Leben in Katalonien interessiert sind, sei es als Resident oder als gelegentlicher Besucher. Die Aussicht auf einfacheren Zugang zu Wohnraum in ländlichen Gemeinden könnte viele dazu ermutigen, ihre Pläne zur Ansiedlung oder zum Kauf einer Immobilie in Katalonien zu überdenken.